Franz Winter

Buddhismus und japanische Neureligionen

  • Datum: Mi., 14. Januar 2015, 17:00
  • Ort: Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens, Seminarraum 1
  • Organisation: Bernhard Scheid

Thema


Japan gilt als das klassische Land der „Neureligionen“, weil sich in diesem Land seit der Mitte des 19. Jh. eine erstaunlich große Zahl von Religionsgemeinschaften herausbildete, von denen einzelne sich dauerhaft etablieren konnten und zu bedeutenden Faktoren in der religiösen Landschaft wurden. Allerdings ist der Begriff „Neureligion“ (shinshūkyō) etwas problematisch, weil er von vorne herein suggeriert, dass sich eine separate Kategorie von Religion neben den „traditionellen“ etabliert hätte. Diese Fragestellung soll in diesem Vortrag am Beispiel einiger als „buddhistisch“ bezeichneter neureligiöser Bewegungen dargestellt werden. Dabei soll zum einen die Kontinuität und die innovative Notion dieser Bewegungen herausgearbeitet werden. Zum anderen soll aber die Frage nicht ausgeklammert werden, was nun noch dem Buddhismus zuzurechnen ist und was wiederum als separate Kategorie zu behandeln ist. Der Vortrag will somit einen Impuls zur Beschäftigung mit einem bedeutenden Kapitel der modernen Religionsgeschichte Japans geben.

Vortragender


PD DDr. Franz Winter, Studien- und Forschungsaufenthalte in Graz, Wien, Salzburg, Rom, Kyoto, Tokyo und Boston (Fulbright); Doktorat in Klassischer Philologie (1999) und Religionswissenschaft (2005 sub auspiciis praesidentis rei publicae); Habilitation in Religionswissenschaft an der Universität Wien (2010), seitdem Dozent (PD) ebenda; wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundesstelle für Sektenfragen, Wien. Wichtigste einschlägige Publikation: Hermes und Buddha. Die neureligiöse Bewegung Kōfuku no kagaku in Japan. Münster: LIT 2012.