REPUBLIKSJUBILÄUM, NOBELPREISTRÄGER UND EINSTEIN

Ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm erwartet Wissenschaftsfans an der ÖAW. Acht Highlights, die man 2018 auf keinen Fall verpassen sollte.

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Einsteins Wien

Wissenschaftliche Triumphe, Fanatismus, eine Flucht um die Erde und zwei Mordfälle - der Film „Einsteins Wien“ erzählt von der bisher wenig bekannten und manchmal abenteuerlichen Beziehung des weltberühmten Physikers zur Donau-Metropole. Durch die Handlung der von ÖAW-Mitglied Karl Sigmund gestalteten Dokumentation führt der Astronom Franz Kerschbaum von der Universität Wien. Bei einer Tour durch das nächtliche Wien trifft er den Physiker Peter Aichelburg, die Kulturwissenschaftlerin Michaela Maier und den Pulitzer-Preisträger Douglas R. Hofstadter. Sie alle erzählen von Einstein und seinen Wiener Weggefährten. Der Film ist bei einer exklusiven Preview am 25. Jänner im Festsaal der ÖAW erstmals zu sehen.
Einsteins Wien

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Durchbrüche in der Quantenphysik

Von Attosekunden-Technologien bis Quantenphysik für die Life Sciences: Die Erwin Schrödinger Lectures widmen sich 2018 ganz den gegenwärtigen Durchbrüchen in der Physik. Steven E. Koonin von der New York University befasst sich aus physikalischer Sicht mit „Certainties and Uncertainties in Our Energy and Climate Futures“ (24.1.), Ferenc Krausz vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik spricht über „Am Limit der Zeit: Von der Physik zur Medizin” (14.3.), die Physikerin Elisabeth Giacobino vom Pariser CNRS nimmt Quantenoptik und nichtlineare Optik in den Blick (18.4.) und Jörg Wachtrup von der Universität Stuttgart erkundet „Quantentechnologie für die Lebenswissenschaften“ (2.5.). Die Vorträge finden jeweils um 17.30 Uhr im Festsaal der ÖAW statt und sind benannt nach dem österreichischen Physiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger.
Schrödinger Lectures

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Österreichs erste demokratische Revolution

2018 jährt sich die Gründung der Republik Österreich zum hundertsten Mal. Eine „Quellenlesung im Gedenken an die Revolution im März 1848“ begibt sich im Jubiläumsjahr an die historischen Wurzeln der Republik. An einem der Originalschauplätze der ersten bürgerlich-demokratischen Revolution - der heutigen ÖAW - wird am 12. März mit einem Expertenvortrag und einer Lesung aus historischen Quellen, wie etwa Petitionen von Studierenden, an das Jahr 1848 und seine weitreichenden Folgen erinnert.

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Nobelpreisträger Paul Nurse in Wien

Er gilt als einer der weltweit führenden Genetiker und Molekularbiologen: Der Brite Sir Paul Nurse ist am 10. April bei einer Hans Tuppy Lecture von ÖAW und Universität Wien im Festsaal der Akademie zu Gast. Nurse leitet das neue Francis Crick Institute in London, das bis 2021 zum größten biomedizinischen Forschungsinstitut Europas ausgebaut werden soll. 2001 erhielt Nurse den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung von Schlüsselregulatoren der Zellteilung und -reifung. Die Forschungsergebnisse versprechen neue Perspektiven für künftige Behandlungsmethoden von Krebserkrankungen.

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Lange Nacht der Forschung

Forschung live erleben - das ist bei Österreichs größtem Wissenschaftsevent möglich. 2018 geht die Lange Nacht der Forschung in die nächste Runde. Am 13. April sind in Wien und den Bundesländern zahlreiche Veranstaltungen geplant, bei denen man Wissenschaft und Forschung aus nächster Nähe erleben kann. Auch die ÖAW ist mit ihren Forschungseinrichtungen wieder dabei und freut sich auf viele junge und junggebliebene Wissenschaftsfans.
Lange Nacht der Forschung

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Karl Landsteiner Lecture mit Immunologin Yasmine Belkaid

In welcher Beziehung stehen die unzähligen Mikroben, die sogenannte Mikrobiota, mit unserem Darm und der Haut? Warum sind diese komplexen Interaktionen von zentraler Bedeutung für unsere Gesundheit? Zu diesen Themen forscht Yasmine Belkaid am National Institute of Health in den USA. Belkaid, die zu den weltweit führenden Immunolog/innen gehört, gibt bei der Karl Landsteiner Lecture des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW am 14. Mai einen Einblick in dieses zukunftsträchtige Forschungsgebiet und diskutiert die Implikationen für humane Krankheiten.

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Zerfall, Trauma, Triumph

Der Erste Weltkrieg bedeutete nicht nur das Ende der Vielvölkermonarchien in Europa, sondern auch das Ende das Ende des langen 19. Jahrhunderts. Zugleich markiert 1918 einen Neuanfang. Neben der Republik Österreich entstanden neue Staaten wie Rumänien und Jugoslawien oder Polen und die Tschechoslowakei. Eine gemeinsame Konferenz von ÖAW und dem Haus der Geschichte Österreich wirft vom 23. bis 25. Mai einen vergleichenden Blick auf das Epochenjahr, die Erfahrungen der Menschen von damals sowie auf das Nachleben von 1918 in Kunst und Literatur.

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Vortrag von Fields-Medaillen-Träger Martin Hairer

Hochkarätige Forscher/innen aus dem Ausland regelmäßig nach Wien zu holen, das ist Ziel einer gemeinsamen Vortragsreihe von ÖAW und IST Austria. Heuer spricht am 6. Juni der österreichische Mathematiker Martin Hairer an der Akademie in Wien. Er ist Professor am Imperial College London und wurde unter anderem mit dem begehrten Fermat-Preis ausgezeichnet. Für seine Beträge zu stochastischen partiellen Differentialgleichungen wurde dem Mitglied der Royal Society im Jahr 2014 zudem als bisher erstem und einzigem Österreicher die Fields-Medaille verliehen - eine der weltweit höchsten Auszeichnungen, die ein Mathematiker erhalten kann.