Thursday, 07. December 2017, 16:30

Kontroverse um eine Zementfabrik

Fuad Faizi, indonesischer Gastwissenschaftler am Institut für Sozialanthropologie der ÖAW, stellt in seinem Vortrag die theologisch gestützten Argumentationslinien im Konflikt um eine Zementfabrik in Zentraljava vor.

Wirtschaftswachstum hat eine hohe Priorität in Indonesien – in einem Land mit etwa 255 Millionen Einwohnern und reichen natürlichen Ressourcen. Der Preis für die rasant vorangetriebene Entwicklung von Infrastruktur und Rohstoffnutzung, der auch von jenen zu zahlen ist, die davon kaum profitieren, ruft aber Widerstand auf lokaler Ebene hervor. Ein Beispiel aus Zentraljava untersucht Fuad Faizi, Dissertant an der State Islamic University Yogyakarta und derzeit Gastwissenschaftler am Institut für Sozialanthropologie (ISA) der ÖAW.

Im Rahmen einer Regional Guest Lecture am ISA zum Thema „Resisting the Establishment of a Cement Factory in Rembang, Central Java: Muslim Counter-Framing Strategies and the Role of Islamic Leaders (Kyai)“ stellt Fuad Faizi den Konflikt zwischen Kleinbauern, deren Wasserversorgung und Wirtschaftsgrundlage durch die Zementfabrik gefährdet ist, und der Betreiberfirma der Fabrik vor. Fuad Faizi analysiert die Argumentation der staatlich unterstützten Fabrik und die „Counter-Frames“ der Kleinbauern, wobei sich beide auf islamische Lehren berufen. Besonderes Augenmerk legt Fuad Faizi auf die Rolle der islamischen Autoritäten in diesem Konflikt.

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