05.09.2019

SCIENCE WEEK BEGAB SICH AN DEN URSPRUNG DES UNIVERSUMS

Die Schau „Meet the Universe“ der ÖAW lud große und kleine Wissenschaftsfans vom 5. bis 12. September in Wien zu einer Spurensuche durch unendliche Weiten ein. Im Mittelpunkt der Ausstellungswoche zum 60-jährigen Jubiläum der Mitgliedschaft Österreichs am CERN stand die Forschung am größten Teilchenbeschleuniger der Welt. Einer der Stargäste war der US-Physiker Barry C. Barish, der für die Entdeckung der Gravitationswellen den Nobelpreis erhielt.

© ÖAW/Daniel Hinterramskogler

Alles hat einen Anfang. Das gilt auch für das Universum. Materie, Raum und Zeit entstanden vor 13,8 Milliarden Jahren beim sogenannten Big Bang. Was damals beim Urknall genau passierte, woraus das Universum eigentlich besteht aber auch, wie es einst ­– Stichwort: Big Freeze – enden könnte, stand im Mittelpunkt einer Science Week des Instituts für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Die Schau fand unter dem Titel „Meet the Universe“ vom 5. bis 12. September 2019 in der Aula der Wissenschaften in Wien statt.
 
Jubiläum: Österreich forscht seit 60 Jahren am CERN
 

Gefeiert wurden damit auch 60 Jahre Mitgliedschaft Österreichs beim europäischen Teilchenforschungszentrum CERN bei Genf. Dort steht die „Weltmaschine“, der derzeit größte und leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger der Welt. In seinem Herzstück, einem 27 Kilometer langen Ringtunnel rund hundert Meter unter der Erde, werden Protonen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt – um dann mit rund eine Milliarde Kilometer pro Stunde zu kollidieren. Damit ist es möglich jenen Zustand von Materie herzustellen, wie er kurz nach dem Big Bang geherrscht haben dürfte.

Österreichische Forscher/innen sind bei diesen Experimenten, die unter anderem 2013 zum Nobelpreis für die Entdeckung des Higgs-Bosons geführt haben, federführend beteiligt. Aktuell arbeiten sie mit ihren internationalen Kolleg/innen am CERN bereits an der nächsten Generation von Teilchenbeschleunigern. Ab 2026 sollen dann zehn Mal mehr Kollisionen möglich sein, wodurch auch die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung neuer Teilchen steigt.
 
Eintritt frei: Mit Wissenschaft und Kunst Rätsel der Physik entdecken
 
Bei der Science Week können Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine Woche lang und bei freiem Eintritt die Arbeit der Physiker/innen am CERN kennenlernen und in die Geheimnisse des Universums eintauchen. Denn noch immer gibt es zahlreiche Rätsel, vor denen die moderne Physik steht: So weiß man zum Beispiel, dass nur rund fünf Prozent des Universums aus der uns bekannten Materie bestehen, der Rest sind Dunkle Energie und Dunkle Materie. Die Zusammensetzung der Dunklen Materie aber ist bis heute unbekannt.
 
Eine Ausstellung mit 37 großformatigen Schautafeln mit Fotografien und Grafiken sowie 14 besonderen Exponaten veranschaulichte, wie Physiker/innen in Österreich und weltweit diesen und weiteren Geheimnissen auf die Spur kommen wollen. Werke von Künstler/innen des Art@CMS Programms am CERN sowie von Kunststudent/innen der Universität für angewandte Kunst Wien machten darüber hinaus diese aktuellen wissenschaftlichen Fragen aber auch die Unendlichkeit des Weltalls und die gigantischen Zeithorizonte auf sinnliche und emotionale Weise erfahrbar. Einige der Werke waren zum ersten Mal öffentlich zu sehen.
 
Volles Programm: Science Cafés, Workshops, Vorträge
 
Begleitet wurde die Schau von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Science Cafés und Workshops für Schüler/innen sowie drei hochkarätigen öffentlichen Vorträgen. Zu Gast waren Barry C. Barish, der 2017 den Nobelpreis für Physik für entscheidende Beiträge zur erstmaligen Beobachtung von Gravitationswellen erhalten hat und der britische Teilchenphysiker und Autor Jon Butterworth, der mögliche Wege und Erkenntnisse „Neuer Physik“ präsentierte. Christoph Schwanda vom Institut für Hochenergiephysik der ÖAW erzählte über das neueste Teilchenbeschleuniger-Experiment mit österreichischer Beteiligung, das vor Kurzem in Japan gestartet ist . Eröffnet wurde die Science Week am 5. September mit einem Festakt von CERN-Generaldirektorin Fabiola Gianotti.