22.03.2021

Lieben-Preis der ÖAW für Astrophysiker aus Tschechien

Norbert Werner, Astrophysiker an der Masaryk Universität Brünn, wird mit dem Ignaz L. Lieben-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für seine Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Röntgenastronomie ausgezeichnet. Die Verleihung des am höchsten dotierten Preises der ÖAW findet am 25. März 2021 im Rahmen eines öffentlichen Vortrags Werners im Livestream statt. Bei der feierlichen Online-Veranstaltung werden auch die beiden Bader-Preise der Akademie verliehen.

© ÖAW

Der Ignaz L. Lieben-Preis ist die älteste und mit 36.000 US-Dollar (rund 30.000 Euro) die am höchsten dotierte Auszeichnung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Für das Jahr 2020 geht der Preis an den Astrophysiker Norbert Werner aus Tschechien. Er wird für seine Forschungen zur Röntgenastronomie ausgezeichnet, einem Teilgebiet der Astronomie, das die von der Erdatmosphäre abgeschirmte Röntgenstrahlung des Universums mit Weltraumteleskopen detektiert und analysiert.

Gigantische Strukturen des Universums

Norbert Werner forscht an der Masaryk Universität Brünn. Nach seiner Promotion in den Niederlanden an der Universität Utrecht 2008, verbrachte er sechs Jahre an der Stanford University in den USA. Bis 2020 leitete er die Hot Universe Research Group an der Eötvös Loránd Universität in Budapest. Seit 2016 ist Norbert Werner zudem außerordentlicher Professor am Department für Theoretische Physik und Astrophysik der Masaryk Universität in Brünn. Dort leitet er seit 2020 die Forschungsgruppe Hochenergie-Astrophysik. Sein Forschungsinteresse gilt insbesondere den gigantischen Strukturen des Universums, die Röntgenstrahlung emittieren, wie etwa Galaxien-Clustern, supermassereichen Schwarzen Löchern und damit in Verbindung stehenden Explosionen.

Einen Einblick in seine Forschungen dazu gibt Werner im Rahmen der Preisverleihung am 25. März ab 17 Uhr bei einem Online-Vortrag mit anschließender Live-Diskussion unter dem Titel „X-raying the Cosmic Web“.

Die ÖAW fördert mit dem Ignaz L. Lieben-Preis hervorragende Nachwuchswissenschaftler/innen aus Molekularbiologie, Chemie oder Physik. Der 1863 gestiftete Preis wird einmal im Jahr vergeben und steht jungen Forscher/innen offen, die ihre Leistungen in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn oder in Österreich erbracht haben.

Rubens, Alchemisten und Nuklearmedizin in Österreich

Neben dem Lieben-Preis verleiht die ÖAW bei dieser Festveranstaltung auch die beiden Bader-Preise für 2020, die jeweils mit 18.000 US-Dollar (rund 15.000 Euro) dotiert sind.
Den Bader-Preis für Kunstgeschichte erhält Timothy Revell von der Universität Wien für sein Dissertationsprojekt „The Art of Rubens and the Poetics of Comedy“. Mit dem Bader-Preis werden junge, hochqualifizierte Wissenschaftler/innen aus Österreich ausgezeichnet, die sich im In- und Ausland mit Forschungsfragen von Malerei und Zeichnung zwischen 1500 und 1750 beschäftigen.

Der Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften, der junge Forscher/innen fördert, die sich insbesondere mit der Ideengeschichte befassen, wird für 2020 zu gleichen Teilen vergeben an Sarah Lang, Universität Graz, sowie an Cécile Philippe, Medizinische Universität Wien, und Johannes Mattes von der ÖAW.
Lang erhält den Preis für ihr Dissertationsprojekt zum Korpus des paracelsischen Arztes und Alchemisten Michael Maier (1568–1622), Philippe und Mattes für ihr gemeinsames Forschungsvorhaben zur nuklearmedizinischen Forschung in Österreich während des Kalten Krieges.

 

Termin

Preisverleihung und Vortrag "X-raying the Cosmic Web”
Datum: Donnerstag, 25. März 2021
Beginn: 17 Uhr
Die Veranstaltung kann im Livestream verfolgt werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich:
https://www.oeaw.ac.at/veranstaltungen/live

Infos zu den Preisträger/innen

Ausführliche Informationen zu den Preisträger/innen sind in einer Broschüre der ÖAW zum Download zu finden.

PRESSEBILDER

Pressebilder der Preisträger/innen:

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