Carnuntum - das neue Gesamtmodell

Die oberpannonische Provinzhauptstadt zur Zeit der Severer


Bearbeiter: Ch. Gugl

2011 wird die Niederösterreichische Landesausstellung mit dem Titel „Erobern - Entdecken - Erleben" in der Region Carnuntum stattfinden. Einer der Höhepunkte dieses Ausstellungsereignisses ist die Präsentation eines neuen Gesamtmodells von Carnuntum. Das neue 3D-Modell wird im Maßstab 1 : 300 einen Überblick über die gesamte Siedlungslandschaft, angefangen von der Zivilstadt im Westen, über Legionslager und canabae, bis zum Heiligtum auf dem Pfaffenberg im Osten, bieten. Der dargestellte Geländeausschnitt umfasst rund 6.750 m Länge und 4.500 m Breite. Das Modell, das den Zustand Carnuntums zur Serverzeit darstellen soll, wird demnach eine Länge von 22.5 m und eine Breite von 15 m besitzen.

Geländemodell (© Land NÖ) mit Moduleinteilungen

Dieses ambitionierte Unternehmen ist nur durch die Zusammenarbeit von mehreren Projektpartnern möglich. Geobasisdaten, wie das aktuelle auf Airborne-Laserscanning basierende Geländemodell, werden von der Abteilung für Hydrologie und Geoinformation des Landes Niederösterreich zur Verfügung gestellt. Sämtliche archäologischen Strukturen werden von der Medienagentur 7reasons virtuell nachgebaut. Diese Daten werden an den Modellbauer übermittelt, der aus den virtuellen Baukörpern mit Hilfe einer 3D-Laserplotting-Technologie die Einzelmodule des Modells kreiert und zusammenfügt.

Canabae: Rekonstruktion des Campus (© 7reasons)
Zivilstadt: Rekonstruktion des Forums (© 7reasons)

Das Institut für Kulturgeschichte der Antike übernahm, aufbauend auf den Instituts-Projekten zur Carnuntiner Siedlungstopographie, die archäologische Betreuung dieses Vorhabens. Die neuersten Ergebnisse archäologischer Prospektion sowie der Ausgrabungen wurden herangezogen, um wissenschaftlich fundierte Grundlagen für eine dreidimensionale Visualisierung Carnuntums zur Zeit seiner Blüte in den Jahrzehnten um 200 n. Chr. zu schaffen. Der besondere Reiz dieses Unternehmens liegt nicht zuletzt auch darin, sich ausgehend von den wissenschaftlich gesicherten Ergebnissen mit den vielen Problemen auseinandersetzen zu können, die eine Rekonstruktion archäologischer Strukturen in der dritten Dimension mit sich bringt.

Virtuelles Gesamtmodell: Ansicht von Süden (© 7reasons)