Arma et nummi

Forschungen zur römischen Finanzgeschichte und Münzprägung der Jahre 49 bis 42 v. Chr.


Bearbeiter: Bernhard Woytek

In dieser Arbeit, deren Publikation sich für Herbst 2003 in Vorbereitung befindet, wird die Geschichte der römischen Staatsfinanzen der Jahre 49 bis 42 v. Chr. grundlegend und interdisziplinär neu analysiert. Die drei chronologisch gegliederten Hauptkapitel der Untersuchung (49/48, 48-45, 45/44-42 v. Chr.) sind jeweils zweigeteilt: In Teil A wird die Finanzgeschichte der entsprechenden Periode nach den antiken literarischen Quellen, die einer völlig neuen Auswertung unter monetären Gesichtspunkten unterzogen wurden, in ihrem historischen Kontext dargeboten. In Teil B ist die Münzprägung der jeweiligen Jahre unter besonderer Berücksichtigung von Chronologie und Lokalisierung genau besprochen; dann werden die Resultate dieser numismatischen Analyse mit den Ergebnissen der Auswertung der Textquellen aus Teil A konfrontiert. Auf diese Weise entsteht durch die erstmalige Synopse aller relevanten Quellengattungen ein umfassendes neues Bild der römischen Staatsfinanzen des Untersuchungszeitraums.

Sowohl die Auswertung der antiken Literatur als auch die Untersuchung der Münzprägung brachten mannigfache neue Ergebnisse: Besonders sei etwa auf die sich durch Berücksichtigung des finanziellen Faktors ergebende Neubewertung des Ausbruchs des Alexandrinischen Krieges hingewiesen, auf die Analyse von Caesars Donativen, seines Umgangs mit den eingezogenen pompeianischen Vermögen und seiner Geldgebarung in der Monarchie sowie auf die Untersuchung der Finanzsituation im Jahr 44 v. Chr. und am Beginn des Zweiten Triumvirats. Auf numismatischem Gebiet konnten – neben vielen technischen und typologischen Erkenntnissen – wichtige Fortschritte hinsichtlich der zeitlichen und/oder örtlichen Einordnung vor allem der folgenden Münztypen (nach M. H. Crawford, Roman Republican Coinage, Cambridge 1974) erzielt werden: Nr. 441, 443, 444, 446, 447, 452, 458, 467, 476, 483, 488, 489, 496, 498-508, 511, 512-515, 550.

Hinsichtlich der finanzhistorischen Gesamtaussage gehen die beiden ausgewerteten und verglichenen Klassen von Quellen (Texte und Münzen) im allgemeinen sehr gut zusammen: Die Prägerhythmen der Periode entsprechen im Großen den aus den literarischen Quellen zu rekonstruierenden Fluktuationen an Ausgaben, und in Einzelfällen lassen sich Emissionen sogar mit spezifischen überlieferten Aufwendungen verbinden.