Domitilla-Katakombe:

Abschluss des vom FWF finanzierten START-Projektes an der ÖAW

 


Die letzte Scankampagne im Rahmen des Projektes fand in Kooperation mit Prof. Fiocchi Nicolai (PIAC) zur Dokumentation eines ungewöhnlichen Grabschachts in der neu entdeckten Umgangsbasilika von Papst Markus (336) zwischen via Appia und via Ardeatina statt. Eines der unzähligen Bodengräber war zufällig genau über dem Serviceschacht eines älteren Wasserkanals angelegt worden, und man hatte diesen Schacht für eine kleine katakombenartige Erweiterung des Bodengrabes nach unten genutzt. Durch ihre Lage war die Dokumentation besonders schwierig.

Auf dem Internationalen Kongress für Christliche Archäologie im Sept. 2013 in Rom wurde der Abschlussbericht der Arbeiten vorgestellt und über den Stand der Vorbereitungen des Malerei-Repertoriums (mittlerweile in der redaktionellen Vorbereitung) sowie die weitreichenden Ergebnisse bei weiteren Forschungen zur Katakombe berichtet.

An der ÖAW ist neben dem Repertorium noch ein weiterer Band mit Studien zur Katakombe in Vorbereitung, die im Rahmen des Domitilla-Projektes von verschiedenen Mitarbeitern durchgeführt wurden, so etwa zu Fragen der Ikonographie, Topographie, Epigraphik, Grabarchitektur und vor allem zur Grabverteilung, ferner auch zur Geschichte der Heiligen der Katakombe nach der Nutzung der Katakombe als Nekropole.

Im Rahmen eines Internationalen Workshops „Digital Archaeology – when the past meets the future“ im April 2014, den das IKAnt gemeinsam mit der Jungen Kurie der ÖAW ausgerichtet hatte, wurden noch einmal die diversen Fortschritte durch die Anwendung computergestützter oder allgemein digitaler Technologien in der Archäologie an herausragenden Fallbeispielen etwa unter Einsatz von Drohnen oder Airborne- Laserscanning diskutiert und Anwendungen virtueller Archäologie von digitalen 3D-Rekonstruktionen bis zu Virtual oder Augmented Reality vorgestellt.

Projektende an der ÖAW und Wechsel nach Rom

Mit Mai 2014 endete die Laufzeit des START-Projektes an der ÖAW, die Forschungsarbeit wird aber noch länger fortgesetzt werden: sowohl die technischen Errungenschaften wie auch die archäologischen Auswertungen der im Rahmen des Domitilla-Projektes gesammelten Erfahrungen und Daten können seit Oktober 2014 am DAI Rom eingebracht und die Forschungen, in Kooperation mit der ÖAW, fortgesetzt werden.

Ein wichtiger Schritt ist etwa die topographische Erschließung der in der Katakombe in situ erhaltenen Inschriften. Diese Arbeit wird in Kooperation mit Antonio Felle und der Epigraphic Data Base Bari (EDB) durchgeführt. Die Inschriften werden regionenweise auf den neu geschaffenen Katakombenplänen in ihrer topographisch exakten Position über einen direkten Link zu ihrem Eintrag in der EDB zugänglich. Diese neue Grundlage der topographisch-epigraphischen Forschung wurde erstmals auf dem internationalen EAGLE-Kongress im Herbst 2014 in Paris vorgestellt. Hier werden nun erstmals alle in-situ-Inschriften der 2. Untergeschosses der Katakombe regionenweise erschlossen:

Neue Forschungen: Domitilla-Projekt und EDB Bari

Mit dem Wechsel von N. Zimmermann im Oktober 2014 ans DAI Rom sind auch die weiteren, aus dem START-Projekt resultierenden Forschungen ans DAI Rom gewechselt. Von dort werden sie in Kooperation mit ÖAW fortgesetzt.