Do, 02.04.2020. 16:30

Theatermanagement und Macht

+++ ABGESAGT +++ Der russische Historiker Alexander Golovlev untersuchte europäische Operntheater zwischen 1933 und 1945 hinsichtlich ihres Betriebsmanagements über ideologische und makroökonomische Grenzen hinweg. Seine Erkenntnisse präsentiert er bei einem Jour Fixe Kulturwissenschaften an der ÖAW.

Ballet im Moskauer Boschoi-Theater 1943 © Wikimedia/ CC-BY-SA 3.0 /RIA Novosti archive, image #941010 / Anatoliy Garanin
Ballet im Moskauer Boschoi-Theater 1943 © Wikimedia/ CC-BY-SA 3.0 /RIA Novosti archive, image #941010 / Anatoliy Garanin

Staatstheater und Opernhäuser sind höchster künstlerischer Qualität verpflichtet – und dementsprechend kostenintensiv. Das sorgt insbesondere in Krisenzeiten für Unmut und wirft die Frage der Instrumentalisierung der Kunst auf. Die komplexen Beziehungen zwischen Hochkultur und Macht hat der Historiker Alexander Golovlev von der Higher School of Economics der Nationalen Forschungsuniversität in Russland unter die Lupe genommen und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen repräsentativen Theatern und der Staatsmacht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts europaweit verglichen. Dabei stellte er eine erstaunliche Konvergenz fest: Das Betriebsmanagement eines Operntheaters von innen sah beispielsweise in Frankreich – sowohl in der demokratischen Dritten Republik als auch im Vichy-Regime –, der Sowjetunion, Deutschland und Österreich – von der Ersten Republik über den Ständestaat hin zum Großdeutschen Reich – beinahe identisch aus, über ideologische und makroökonomische Grenzen hinweg.

Bei einem Jour Fixe des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW erörtert Alexander Golovlev, der zur Zeit Stipendiat des Joint Excellence in Science and Humanities (JESH) programme der ÖAW ist, die Frage „Gibt es ein totalitäres Theatermanagement? Zur Problematik der Operntheater als Kulturinstitutionen im Totalitarismus und in der Kriegswirtschaft, 1933-1938/39-1945“. Er vergleicht Kriterien, die von den Ausgabenstrukturen, dem Star-System, der Logik der Preisgestaltung bis hin zu Zeichen der Loyalität und politisch forcierter Anpassungen reichen.

Weitere Informationen

Aufgrund der raschen Verbreitung des Corona-Virus hat sich die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) entschlossen, als vorbeugende Maßnahme alle öffentlichen Veranstaltungen bis 15. April 2020 abzusagen. Wir bitten um Ihr Verständnis. Die entfallenen Veranstaltungen sollen sobald wie möglich nachgeholt werden. Die neuen Termine sind dann auf der Website der Akademie zu finden.

Informationen

 

Termin:
2. April 2020, 16:30 Uhr

Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
Vordere Zollamtsstraße 3, 1. Stock
1030 Wien

Kontakt:
Mag. Juliane Fink
T: +43 1 51581-3310
Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW

 

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