19.06.2020

Wissenschaftliche Bücher für alle

Von Open Access haben alle etwas: Denn dadurch werden Forschungsergebnisse für alle Menschen weltweit frei zugänglich. Der Verlag der ÖAW hat eine lange Tradition im Open-Access-Publizieren und setzt auch in Zukunft auf diese Art der Demokratisierung des Wissens: Bereits 300 Monographien und Sammelbände sind kostenlos im Internet verfügbar – und es werden immer mehr.

© ÖAW/Klaus Pichler

Es ist das Publikationssystem 2.0: Open Access, also der freie Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, nimmt immer stärker zu. Auch im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Dort sind jetzt rund 300 Titel kostenlos im Internet verfügbar. Das heißt: Sie sind für jeden Menschen mit Internetzugang auf der Welt völlig frei zugänglich.

„Open Access ist der zukünftige Standard wissenschaftlichen Publizierens.“, sagt Thomas Jentzsch, Leiter des Verlags der ÖAW. Bereits seit über 20 Jahren veröffentlicht der Verlag ausgewählte Publikationen Open Access – und war damit von Beginn an Teil dieser Entwicklung. Dahinter steht die Überzeugung: Die Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung sollten für alle Interessierten kostenlos verfügbar sein.

Lesen in Zeiten von Corona

Einen neuen Schub erlebte der unbeschränkte und kostenlose Zugang zu wissenschaftlicher Information während der Coronakrise. Angesichts geschlossener Bibliotheken und Lesesäle hat der Verlag die Digitalisierung seiner Bestände mit Hochdruck weiter vorangetrieben, erzählt Thomas Jentzsch. Das Ergebnis der Bemühungen kann sich sehen lassen: Insgesamt sind nun 300 Buchtitel auf Dauer kostenlos im Internet verfügbar. „Damit zählt der Verlag der ÖAW zu einem der führenden Open Access-Verlage für wissenschaftliche Bücher im deutschsprachigen Raum“, so Verlagsleiter Jentzsch.

Das Spektrum der Themen, die auf der Website des Verlags der ÖAW durchsucht werden können, ist breit: Von Archäologie und Geschichte über Sprachwissenschaften bis zu Asienforschung, von Sozialanthropologie über Sozialwissenschaften bis zu Biologie. Unter den frei zugänglichen Büchern finden sich Werke wie der „Sachstandsbericht Klimawandel in Österreich“ des Climate Change Center Austria, das Monumentalwerk „Hitler-Benes-Tito“ von Arnold Suppan, die Protokolle von Ministerräten der Habsburgermonarchie und der Zweiten Republik, ein Großteil der archäologischen Publikationen zur traditionsreichen Ausgrabung in Ephesos, sowie Veröffentlichungen zu Migration in Europa und Asien, oder zu Landschaft und Kultur der Himalaya-Region.

Seitenweise neues Wissen

Bereits im Jahr 1997 startete der Verlag mit einer Open Access-Zeitschrift. Die ersten Titel sind im Jahr 2002 Open Access erschienen, das jüngste Buch trägt den Titel „Bythinien und Hellespont“. Die 1.200 Seiten umfassende Publikation befasst sich mit aktuellen Erkenntnissen zu Bauten aus der byzantinischen Zeit in dieser türkischen Region. Ungefähr ein Fünftel der Werke wurde mit Hilfe von Mitteln des Wissenschaftsfonds FWF kostenlos online gestellt. Neben Monographien und Sammelbänden bietet der Verlag inzwischen auch zehn wissenschaftliche Zeitschriften als Open Access an. Es gibt also Seitenweise neues Wissen zu entdecken.

 

 

AUF EINEN BLICK

Die ÖAW und ihr Verlag verfolgen seit vielen Jahren eine aktive Open-Access-Politik. Neueste Forschungsergebnisse sind in Journals, Sammelbänden, Workings Papers oder Datenbanken sind im frei zugänglichen elektronischen Repositorium EPUB.OEAW zu finden. Alle aktuellen Open-Access-Bücher des ÖAW-Verlags sind auf dessen Website aufgelistet.

Open-Access-Bücher im ÖAW-Verlag

 


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