20.07.2020

Urlaubslektüre für Forschungsfans

Ferienzeit ist Lesezeit. Wer Wissenschaft in den Urlaubskoffer packen möchte, für den hält der Verlag der ÖAW Horizonterweiterndes von Archäologie bis Zeitgeschichte bereit. Fünf Vorschläge für die Sommerlektüre.

Jede Menge Lesestoff aus der Wissenschaft ist im ÖAW-Verlag zu finden. © Unsplash/Jonas Jacobsson

Von der polithistorischen Vergangenheit Österreichs bis zu kaum bekannten Gemeinschaften im Himalaya: Mit rund 80 Neuerscheinungen pro Jahr und 3.500 Titeln insgesamt bietet der Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) für alle Wissenschaftsinteressierten eine große Auswahl. Besonders toll: Bereits über 300 Werke sind als Open Access-Publikationen für jede und jeden kostenlos zugänglich.

 

Österreichs Weg nach Europa

Österreichs wechselhafte Geschichte vom Zerfall der Monarchie bis zur Integration in die Europäische Union beschreibt das Buch „From Saint Germain to Lisbon“ von Michael Gehler. Der Historiker erörtert wesentliche polithistorische Wendepunkte von den Paneuropa-Idealen in den 1930er-Jahren über den Anschluss an Hitler-Deutschland, Neutralität, Gründungsmitgliedschaft in der OEEC bis hin zum EU-Beitritt. Aufgezeigt wird der lange Weg des Landes in die Union. Dabei geht das Buch auch der Frage nach, wie Europa und die EU ein Leitbild österreichischer Politik, aber auch einem Streitobjekt der Innenpolitik werden konnten.

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Fake News und Meinungsfreiheit

„Lüge, Hass und Algorithmen“ – eine explosive Mischung in der digitalisierten Welt. Die Juristin Magdalena Pöschl nimmt dieses Gemisch in der aktuellen Ausgabe der ÖAW-Zeitschrift „Akademie im Dialog“ in den Blick und stellt die Frage, wo die Meinungsfreiheit endet und Fake News anfangen. Dabei erörtert sie neben Regulierungsproblemen im Internet auch Lösungsstrategien gegen Hass im Netz. Die Publikation beruht auf dem Festvortrag, den Pöschl bei der Feierlichen Sitzung der ÖAW im Jahr 2019 gehalten hat und der als Video auf dem YouTube-Kanal der ÖAW angesehen werden kann.

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Pandemien und Krankheiten in der Geschichte

Das Coronavirus hat die Welt noch immer fest im Griff. Umso wichtiger ist das Lernen aus Pandemien und Erkrankungen der Vergangenheit. Der neue Band der Zeitschrift „Virus - Beiträge zur Sozialgeschichte der Medizin“ blickt im Lichte der COVID-19-Pandemie zurück auf frühere Ausbrüche infektiöser Krankheiten. So schreiben die verschiedenen Expert/innen unter anderem über die Krankenfürsorge in Hospitälern der Frühen Neuzeit, medizinische Handschriften aus dem 15. Jahrhundert in Wien oder die Rechnungsbücher Herzog Sigismunds als Quelle für die Medizingeschichte sowie die Entdeckung der ‚Criminalpsychologie‘ im 19. Jahrhundert.

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Bauboom in Ephesos

Im Sattel zwischen den beiden Stadtbergen von Ephesos liegt die sogenannte Kuretenstraße – auch heute noch die schräg durch die antike Stadt ziehende Hauptachse. Alice Waldner rekonstruiert anhand archäologischer Fundauswertungen die „Chronologie der Kuretenstraße“ und präzisiert die Baugeschichte der einzelnen Monumente an der Südseite. Der neue Wohlstand der Stadt führte übrigens ab der Mitte des 5. Jahrhunderts zu einem Bauboom. Dabei wurden bestehende, teilweise zerstörte Bauten an der Kuretenstraße in monumentale Brunnenanlagen umgewandelt und die sogenannte Kuretenhalle errichtet.

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Source of Life

Kaum bekannte Hochlandbevölkerungen im erweiterten östlichen Himalaya sind das Forschungsgebiet des Tibetologen Toni Huber. In zwei umfangreichen Bänden dokumentiert er das Leben der Menschen am Dach der Welt und ihre vielfältige Verwobenheit mit rituellen Praktiken durch die zum Beispiel Fruchtbarkeit oder Revitalisierung erlangt werden sollen. Huber blickt dabei auch auf Schamanen als „rituellen Spezialisten“ und stellt schließlich stellt neue Hypothesen zur Vor- und Frühgeschichte von Sprecher/innen der tibeto-burmesischen Sprachfamilie auf.

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