28.06.2019

Unteres Murtal als Biosphärenpark anerkannt

Das Untere Murtal mit insgesamt 13.000 Hektar Flusslandschaft ist von der UNESCO als Biosphärenpark aufgenommen worden. Die ÖAW hat den Antrag bei der UNESCO eingereicht.

© Wikimedia Commons

Als „Reservate zur Erhaltung der Biodiversität und Artenvielfalt und als Lernraum für nachhaltiges Leben und Wirtschaften für die nächsten Generationen“ bezeichnete Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission die UNESCO-Biosphärenparks – unter besonderem Schutz stehende und der Forschung dienende Naturräume.

Bisher waren in Österreich das Große Walsertal (seit 2000), der Wienerwald (2005) sowie Lungau und Kärntner Nockberge (2012) als UNESCO-Biosphärenparks anerkannt. Mit der Aufnahme des Unteren Murtals, ist nun der Startschuss für den sich über fünf Länder erstreckenden Raum „Mur-Drau-Donau“, auch „Amazonas Europas“ genannt, gefallen. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) war maßgeblich an der Anerkennung der Region als Biosphärenpark beteiligt.

Nächstes Projekt: Ein Fünf-Länder-Biosphärenpark

Das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) wurde 1970 gegründet und war das erste zwischenstaatliche Programm, das der interdisziplinären Erforschung der Mensch-Umwelt-Beziehungen dient. Kern des Programms ist das globale Netzwerk der UNESCO-Biosphärenparks – Modellregionen, die es sich zur Aufgabe machen, Naturschutz, Erhaltung der biologischen Diversität und Regionalentwicklung in Einklang zu bringen.

Die MAB-Nationalkomitee ist an der ÖAW angesiedelt und für alle heimischen Biosphärenparks zuständig. Auch beim Unteren Murtal war die Akademie von Anfang an eingebunden und hat den Antrag schließlich offiziell in Paris eingereicht. In einem nächsten Schritt wollen nun alle Länder des Großraums „Amazonas Europas“ – Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien – einen gemeinsamen Antrag zur Anerkennung als Biosphärenpark an die UNESCO stellen. Auch die ÖAW engagiert sich dafür. Es wäre weltweit der erste Biosphären-Park, der fünf Länder vereint.