07.02.2019

Tibetische Medizin im Wandel

Seit etwa zwei Jahrzehnten werden Medikamente nach tibetischer Tradition auch in industriellem Maßstab erzeugt. Tawni Tidwell, traditionelle Medizinerin und Anthropologin, zeigt bei einem ISA Research Forum an der ÖAW, wie dieser Wandel die moralischen Werte des Gesundheitssystems in Tibet beeinflusst.

© Stephan Kloos
© Stephan Kloos

Sowa Rigpa, die „Wissenschaft vom Heilen“, ist ausgehend von Tibet auch im Himalajaraum und der Mongolei verankert und wurde im Lauf der letzten zwei Jahrzehnte vor allem in China und Indien als pharmazeutische Industrie zu einem wirtschaftlichen Faktor. Dieser Wandel betrifft die Größenordnung der Herstellung komplexer Medikamente aus Pflanzen, Metallen und Mineralien. Er beeinflusst darüber hinaus den von moralischen Werten geprägten Zugang zum Heilen und konfrontiert Sowa Rigpa mit ökonomischen Fragen, Wirksamkeitsgarantien und überregional anerkannten toxikologischen Qualitätsstandard.

Mit Fragen wie diesen befasst sich Tawni Tidwell aus den Perspektiven beider Welten. Sie ist Tibetische Medizinerin und Anthropologin. Aktuell forscht sie zum Thema der Neuausrichtung der Tibetischen Medizin (RATIMED) am Institut für Sozialanthropologie (ISA) der ÖAW. Bei einem ISA Research Forum zum Thema „The Forging of a New Sowa Rigpa Moral Economy: Lineage, Renaissance, and Industry of Tibetan Medicine in Eastern Tibet“ beleuchtet sie, wie der pharmazeutische Wandel die moralischen Werte des Gesundheitssystems in Tibet beeinflusst.

Einladung folgt

 

Termin:
7. Februar 2019, 16:00 Uhr

Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Sozialanthropologie
Hollandstraße 11-13, Seminarraum
1020 Wien

Kontakt:
Dr. Maria-Katharina Lang  
T: + 43 1 51581-6458  
Institut für Sozialanthropologie (ISA) der ÖAW

 


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