12.08.2016

FUX IST ONLINE

Des Kaisers erster Maestro: Musikhistoriker/innen der ÖAW starten ein Webportal zum österreichischen Barockkomponisten Johann Joseph Fux.

Bild: Johann Joseph Fux/Wikimedia Commons/Jlorenz1
Bild: Johann Joseph Fux/Wikimedia Commons/Jlorenz1

Musikalische Autorität, sozialer Aufsteiger, Universalist: Der Barockkomponist Johann Joseph Fux zählte zu den vielseitigsten Musikern seiner Zeit. Der um 1660 in einfachen Verhältnissen geborene Steirer diente drei Kaisern und prägte über 30 Jahre lang die österreichische wie europäische Musikgeschichte aktiv. Neben dem Management der kaiserlichen Hofmusik, der Ensembleleitung und dem Verfassen theoretischer Abhandlungen komponierte er über 600 Musikwerke in allen gängigen Gattungen und Stilen. Doch die Bekanntheit seiner Kompositionen schwand nach seinem Tod im Jahr 1741 zusehends.

Ein Missstand, meinen die Forscher/innen des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen (IKM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Sie edieren seit Jahren die in Vergessenheit geratene Musik der barocken Berühmtheit. Mit dem neu gestarteten Webportal fux-online.at machen sie nun einen weiteren Schritt, um Johann Joseph Fux wieder zu dem ihm gebührenden, internationalen Platz in Wissenschaft und Musikpraxis zu verhelfen.

Neues Webportal für einen lange Vergessenen

„fux-online.at bietet umfassendes Wissen zu dem bedeutendsten österreichischen Barock-Komponisten“, bringen die IKM-Forscher/innen Ramona Hocker und Alexander Rausch das Angebot des von ihnen konzipierten Webportals auf den Punkt. Erstmals finden Interessierte sowie Wissenschaftler/innen und Musiker/innen hier in gebündelter Form wissenschaftlich fundierte Informationen zu Leben, Werk und Editionen von Johann Joseph Fux.

Neben umfangreichen biographischen Inhalten bietet sich Website-Besucher/innen dabei auch ein Überblick über das reichhaltige Schaffen des Inhabers zahlreicher bedeutender Ämter und Positionen. Eine aktuell gehaltene Linkliste zu Digitalisaten erlaubt ferner Einblicke in die zeitgenössischen Quellen, die sowohl Autographe als auch Abschriften, Drucke, Theoriewerke, Libretti und Bildquellen umfassen. Redaktionelle Berichte lassen Benutzer/innen darüber hinaus an neuesten Ergebnissen aus der Fux-Forschung sowie an neuen Quellenfunden teilhaben. Veranstaltungsübersichten und ein Schwerpunkt zur historisch-kritischen Ausgabe „Johann Joseph Fux – Werke“ runden das Web-Angebot ab.

Für Wissenschaft, Praxis und Klassikfans

Zufrieden geben wollen sich Hocker und Rausch mit dem derzeitigen Angebot auf fux-online.at freilich noch lange nicht. Denn auch nach der Online-Schaltung werden die IKM-Forscher/innen das Portal stetig weiterentwickeln. Für Herbst 2016 ist etwa die Aktivierung eines Werkkatalogs in Form einer Datenbank vorgesehen, die eine schnelle Recherche nach Werkverzeichnisnummern und Titeln ermöglicht und auch die für die Musikpraxis relevanten Angaben von Tonarten, Besetzung und Editionen beinhaltet. Aufführungsmaterialien sollen künftig als Open Access zum Download angeboten werden. Und auch eine allgemeine Fux-Bibliographie mit der gesammelten relevanten Forschungsliteratur befindet sich im Aufbau.

Alle diese Vorhaben, sagen die beiden Forscher/innen, dienen der klar umrissenen Mission des Portals: „Fux in allen Facetten zu zeigen und damit zu einer eingehenden wissenschaftlichen wie praktischen Beschäftigung mit seinen Kompositionen anzuregen.“ Die Grundlage dafür, soviel lässt sich bereits jetzt sagen, ist jedenfalls geschaffen.


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