04.05.2016

Forschen mit Bürgerbeteiligung?

Bürger/innen und zivilgesellschaftliche Organisationen sollen in Europa stärker an Forschung und Innovation teilhaben. Ob und wie das in der Praxis gelingen kann, untersucht das Institut für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW in einem neu gestarteten Forschungsprojekt. Chancen und Herausforderungen einer stärkeren Öffentlichkeitsbeteiligung stehen zugleich im Zentrum einer Podiumsdiskussion am 11. Mai 2016 in Wien.

Von der Langen Nacht der Forschung über Science Cafés bis hin zu Open Labs: Wissenschaft im Elfenbeinturm – das war einmal. Stärker denn je ist die Wissenschaft heute dazu aufgerufen, den Dialog mit der Öffentlichkeit zu führen. Dem trägt auch die EU-Kommission mit dem Konzept einer verantwortungsvollen Forschung („Responsible Research and Innovation“) Rechnung. Das Ziel: Gesellschaft und Wissenschaft sollen näher zusammenrücken. Zentraler Baustein dafür ist der stärkere Austausch von Forscher/innen mit Politiker/innen, Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Bürger/innen. Ob es aber in der Praxis tatsächlich gelingt, die Gesellschaft in bestehende Forschungs- und Innovationsabläufe einzubinden und wie nachhaltige Formen der Beteiligung und Mitsprache etabliert werden können, ist in vielen Bereichen noch ungeklärt.
 
Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) untersucht in einem neu gestarteten Forschungsprojekt, wie die Beteiligung der Öffentlichkeit an Wissenschaft und Forschung umgesetzt werden kann. PROSO (PROmoting SOcietal Engagement under the terms of Responsible Research and Innovation) konzentriert sich dabei besonders auf die bisher geringe Einbindung von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Bürger/innen in Forschungsförderung, Forschungsprozess und Innovation. Das bis Ende 2018 laufende Projekt der ITA-Forscher/innen Alexander Bogner, Anja Bauer und Daniela Fuchs, will Hindernisse sowie Anreize für erfolgreiche Beteiligungsprozesse identifizieren. Daraus sollen Empfehlungen zur Förderung von Öffentlichkeitsbeteiligung in Europa resultieren.

Vom Elfenbeinturm ins Kaffeehaus

Zum Auftakt widmet sich eine öffentliche Podiumsdiskussion der Frage, welchen Nutzen, aber auch welche Grenzen die Beteiligung der Gesellschaft an moderner Forschung hat. Vertragen sich wissenschaftlicher Fortschritt und gesellschaftliche Wertvorstellungen? Kann ein Dialog dazu beitragen, dass Wissenschaft nicht an gesellschaftlichen Bedürfnissen vorbeiforscht? Oder könnte gar eine Politisierung der Wissenschaft drohen? Dazu diskutieren internationale Expert/innen unter dem Titel „Vom Elfenbeinturm ins Kaffeehaus – wie viel Öffentlichkeit braucht die Wissenschaft?“.

Termin

Mittwoch, 11. Mai 2016, 18:00 Uhr
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien

Es diskutieren:
•    Alexander Bogner, Soziologe am Institut für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW
•    Stefan Kuhlmann, Professor für Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft an der Universität Twente (NL)
•    Celine Loibl, Programmleitung „Sparkling Science“, BMWFW
•    Brigitte Mazohl, Präsidentin der philosophisch-historischen Klasse der ÖAW
•    Martina Merz, Professorin für Wissenschaftsforschung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt │Wien Graz
Moderation: Lukas Wieselberg (ORF)

Anmeldung unter tamail(at)oeaw.ac.at
 

 

Rückfragehinweise

Dipl.-Soz. Sven Hartwig
Leiter Öffentlichkeit & Kommunikation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1331
sven.hartwig(at)oeaw.ac.at

Denise Riedlinger, M.A.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW
Strohgasse 45, 1030 Wien
T +43-1-51581-6577
denise.riedlinger(at)oeaw.ac.at

 


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