30.01.2019

Festliche Verleihung des Lieben- und Bader-Preises der ÖAW

Der Chemiker Nuno Maulide und die Biologin und Wissenschaftshistorikerin Hanna Worliczek werden von der ÖAW für herausragende Forschungsleistungen ausgezeichnet.

© ÖAW/Klaus Pichler
© ÖAW/Klaus Pichler

Neue chemische Reaktionen zu entdecken und zu entwickeln, ist das Ziel des diesjährigen Ignaz L. Lieben-Preisträgers, Nuno Maulide. Er sucht nach neuen Bindungsmöglichkeiten zwischen Atomen und eröffnet damit ganz neue Möglichkeiten, die organische Synthese effizienter und vor allem ressourcenschonender zu gestalten. Nuno Maulide, dessen Karriere von Lissabon ausgehend nach Louvain, Stanford, Mülheim und Bochum schließlich nach Wien geführt hat, leitet seit 2013 das Institut für Organische Chemie der Universität Wien und forscht seit Oktober 2018 auch am CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW. Er ist Mitglied der Jungen Akademie der ÖAW und wurde vor kurzem vom Klub der Bildungs- und WissenschaftsjournalistInnen Österreichs zum Wissenschafter des Jahres 2018 gewählt.

Hanna Lucia Worliczek wird mit dem diesjährigen Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften von der ÖAW ausgezeichnet. Die promovierte Mikrobiologin war bis 2013 Gruppenleiterin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Seit 2014 widmet sie sich als Doktorandin im Fach Geschichte in Wien sowie als Gastforscherin in Cape Cod in Massachusetts, in Berlin und Cambridge der Wissenschaftsgeschichte. Den Bader-Preis erhält sie für ein Pilotprojekt, das sich der Rezeption beschreibender zellbiologischer Forschung nach 1950 widmet. Diese Art der Forschung erlitt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf Kosten einer zunehmend mechanistischen Herangehensweise einen Reputationsverlust. Heute allerdings wird dem deskriptiven Zugang in der zellbiologischen Wissensproduktion neue Bedeutung beigemessen. Hanna Lucia Worliczek startet mit ihrem Pilotprojekt „‘Merely Descriptive‘ and Therefore Dismissed? A History of Descriptive Reseacrch and the Imperative of Mechanistic Explanation in Cell Biologie“ eine bislang fehlende wissenschaftsgeschichtliche Reflexion der deskriptiven Forschung- und Diskurspraktiken.

Im Rahmen der Preisverleihung geben Hanna Worliczek zum Thema „Deskriptive Forschung als Stiefkind der modernen Zellbiologie und ihrer Historiographie“ und Nuno Maulide mit seinem Vortrag über „Die Kunst der chemischen Synthese“ Einblick in ihre Arbeiten.

Einladung

 

Termin:
30. Jänner 2019, 17:00 Uhr

Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal
Sonnenfelsgasse 19
1010 Wien

Kontakt:
Dr. Martina Milletich
T: +43 1 51581-1315
Stipendien & Preise

 


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