18.12.2013

Dokumente und Bilder: Ägypten und Nubien im Werk von Hubert Sattler

Vortrag von Ernst Czerny (Institut für Orientalische und Europäische Archäologie - OREA)

Der Salzburger Maler Hubert Sattler (1817–1904) bereiste im Jahre 1842 Palästina („Das Heilige Land“) sowie Teile Syriens und Alexandria, in den Jahren 1844–45 Ägypten und Nubien bis zum 2. Katarakt. Damit kann der junge Künstler, der sich am Beginn seiner Laufbahn voll Enthusiasmus und mit hohem künstlerischen Anspruch mit dem Orient auseinandersetzte, zu den Pionieren der Orientmalerei in Österreich gezählt werden. Er war der erste österreichische Künstler, der Ägypten selbständig und unabhängig bereiste, zudem nach derzeitigem Wissensstand der erste österreichische Künstler überhaupt, der die nubischen Denkmäler zeichnete.

Während seiner Reisen fertigte Sattler eine große Zahl an Skizzen und Zeichnungen vor Ort an, welche er durch Kopien aus damals in Österreich nicht erhältlichen Büchern ergänzte. Im Salzburger Atelier diente dieses Skizzenmaterial nach der Rückkehr zur Herstellung großformatiger Ölgemälde. Ein umfangreiches Konvolut derartiger Skizzen und Zeichnungen wird, weitgehend unbearbeitet, im Salzburg Museum aufbewahrt.

Sattler unternahm die Reise nach Oberägypten und Nubien in Begleitung des finnischen Arabisten Georg Wallin, der ein ausführliches Tagebuch mit Aufzeichnungen und Beobachtungen der gemeinsamen Reise hinterließ. Somit liegt ein seltener Bestand an sich ergänzenden Text- und Bilddokumenten zu Ägypten und Nubien zur Zeit der Herrschaft von Mohammed Ali Pascha vor.

Eine gründliche Bearbeitung der Orientbilder, Skizzen und Zeichnungen Hubert Sattlers könnte einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Wahrnehmung Ägyptens, Nubiens und des syrischen Raumes über die rein kunstgeschichtlichen Aspekte der Orientmalerei hinaus liefern.


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