10.07.2020

Denkmalgeschützte Bäume Wiens mit Handy-App erforschen

Wien zählt insgesamt 400 Naturdenkmäler. Das sind alte Bäume, Alleen oder besondere Landschaften. Jetzt kann man ganz einfach mehr darüber erfahren – und zwar mit der neuen Suchspiel-App NDQUEST. Entwickelt wurde die Anwendung für Smartphones von Pflanzenforscher/innen der ÖAW gemeinsam mit der Umweltschutzabteilung der Stadt Wien.

Kinderleicht: Mit der neuen Handy-App NDQUEST die Naturdenkmäler Wiens erkunden.
Kinderleicht: Mit der neuen Handy-App NDQUEST die Naturdenkmäler Wiens erkunden. © GMI/ÖAW/floorfour/Tom Peschat

Wien gilt nicht nur als lebenswerteste Hauptstadt, sondern auch als besonders umweltfreundliche Stadt: Das beweisen nicht nur die aktuelle Auszeichnung als grünste Stadt der Welt sondern auch die über 400 Naturdenkmäler in Wien. Zumeist sind das riesige alte Bäume, aber auch Alleen, Gewässer oder besondere Landschaftsformationen. Als Naturdenkmäler sind sie besonders geschützt. Oft finden sie sich sogar direkt vor der Haustüre – in Vorgärten, Innenhöfen oder Parkanlagen.

Natur spielerisch kennenlernen

Nun kann man einige dieser Prachtexemplare in der Natur auch mit dem Handy erforschen. Mit dem Handy-Suchspiel NDQUEST lassen sich ganz einfach über eine Kartenfunktion die mit einem gelben Schild gekennzeichneten Bäume finden. Auf dem Smartphone erfährt man Interessantes über den Baum, kann eine Frage beantworten und so spielerisch Punkte sammeln.

Entwickelt wurde die App vom GMI – Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien - Umweltschutz. Das Gregor Mendel Institut der ÖAW ist eines der führenden Pflanzenforschungs-Institute in Europa mit Sitz im Vienna Biocenter. Rund 100 internationale Wissenschaftler/innen sind hier im Bereich der Grundlagenforschung tätig.

Pflanzenforschung für alle

Bürgermeister Michael Ludwig, der die neue App im Wiener Rathauspark gemeinsam mit dem GMI der ÖAW präsentierte: “Wien hat nicht nur einen der höchsten Grünflächenanteile aller Hauptstädte der Welt – Wien ist auch eine internationale Stadt der Wissenschaft. Diese Zusammenarbeit der Stadt Wien mit einem der renommiertesten Pflanzenforschungs-Insitute Europas mit Sitz in Wien freut mich besonders: Mit dieser App ist es möglich, auf eine zeitgemäße Form die Wiener Naturdenkmäler kennenzulernen und gleichzeitig spannende Fakten aus der Pflanzenwelt zu erfahren.”

So erfährt man zum Beispiel, dass der Ginko-Baum vor 350 Jahren als ausgestorben galt – obwohl er ein echter Überlebenskünstler ist: Der Hiroshima-Ginko in Japan hat sogar die Atombombenexplosion in nur 800 Metern Entfernung überlebt und ist so in die Geschichte eingegangen. Oder, dass das Holz des Eisenbaumes schwerer als Wasser ist. Boote sollte man also besser nicht mit seinem Holz bauen.

FACTBOX: Wie NDQUEST funktioniert

Man ruft auf dem Smartphone www.ndque.st auf und kann die auf einer Karte verzeichneten Naturdenkmäler suchen. Diese sind mit einem neuen, gelben Schild gekennzeichnet, das eigens angebracht wurde. Auf dem Schild ist eine Nummer, gibt man diese ein, gelangt man zu einer Beschreibung des Naturdenkmals (meistens ein alter, riesiger Baum) mit interessanten Fakten zur Gattung. Anschließend kann man eine Frage beantworten und so Punkte sammeln. Der Download einer App ist nicht erforderlich. Wie NDQUEST funktioniert, kann man auch in diesem Video-Tutorial erfahren.

Auch die Leiterin der Stadt Wien – Umweltschutz, Karin Büchl-Krammerstätter, freut sich über die neue App: „In Wien werden besonders wertvolle Naturmonumente bereits seit 1936 als Naturdenkmäler ausgewiesen. Dank dieser App können wir diese wunderbaren Naturmonumente auf neue Art und Weise präsentieren.“

Magnus Nordborg, Wissenschaftlicher Leiter des GMI der ÖAW: “Uns ist es wichtig, nicht nur Spitzenforschung auf Weltniveau zu betreiben, sondern möglichst viele Menschen und insbesondere Kinder und Jugendliche für die faszinierende Welt der Pflanzen und für Forschung zu interessieren.” Und Markus Kiess, Kaufmännischer Direktor des ÖAW-Instituts, ergänzt: “Daher haben wir schon vor zwei Jahren ein Handy-Suchspiel für den Botanischen Garten der Universität Wien im Wiener Belvedere entwickelt. Mit NDQUEST kann man nun ganz einfach mit dem Handy außergewöhnliche Pflanzen direkt vor der Haustüre kennenlernen.”


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