Montag, 09. Juli 2018, 17:00

Religion als Zündstoff im frühmodernen Europa

Howard Louthan, Historiker an der University of Minnesota, beleuchtet – ausgehend von einer angeblichen Hostienschändung im 16. Jahrhundert – das angespannte religiöse Klima jener Zeit in Zentraleuropa.

Im 16. Jahrhundert hatte der Streit um den rechten Glauben das Potenzial die Menschen zu spalten. Ebenso aber kam es zu seltenen Allianzen unter christlichen Reformatoren und dem Papst, wenn es darum ging, behauptete Verfehlungen von Juden zu verfolgen. Howard Louthan, Direktor des Center for Austrian Studies und Professor für Geschichte an der University of Minnesota, beleuchtet auf Einladung des Instituts für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der ÖAW das angespannte religiöse Klima jener Zeit in einem Vortrag an der ÖAW.

In „From the Jews of Sochaczew to the Heretics of Augsburg“ zeichnet Louthan die Dynamik nach, die eine angeblich jüdische Hostienschändung im Jahr 1556 in einem polnischen Dorf ausgelöst hat. Er sucht darüber hinaus einen Schlüssel zum religiösen Empfinden jener Zeit, das zur Verurteilung jüdischer Perfidie oder christlicher Häresie neben religiösen Autoritäten auch König und Papst auf den Plan rief.

Einladung