Mittwoch, 08. Mai 2019, 17:30

Prä-urban und überregional vernetzt

Neue Zeugnisse aus der neolithischen Wadi Rabah Kultur lassen auf ein komplexes Sozial- und Wirtschaftsleben vor sieben bis acht Tausend Jahren in der südlichen Levante schließen. Katharina Streit, Archäologin an der Hebrew University of Jerusalem, war an der Erforschung maßgeblich beteiligt und präsentiert ihre Erkenntnisse an der ÖAW.

Die Levante ist reich an archäologischen Fundstätten, die bis weit in die Jungsteinzeit reichen. Eine der frühen – in erster Linie durch Keramik charakterisierten – Kulturen ist die „Wadi Rabah Kultur“ des 6. Jahrtausends vor Chr. Katharina Streit, Archäologin an der Hebrew University of Jerusalem, war mehrere Jahre an einem Ausgrabungsprojekt am Fundplatz Ein el-Jarba in der Nordhälfte Israels, im südlichen Teil der Levante, beteiligt.

Bei einem Seminarvortrag zum Thema „The Wadi Rabah Culture of the 6th Millennium cal BC in the Southern Levant and Beyond“ stellt sie die Ergebnisse an der ÖAW vor. Die Wadi Rabah-Funde, die aus einem Umkreis von einem halben Quadratkilometer aus der Tiefe geborgen wurden, brachten häusliche Architektur, Bestattungen und Kulteinrichtungen ans Tageslicht. Sie lassen Schlussfolgerungen auf die soziale Komplexität 8000 Jahre vor heute in der südlichen Levante zu. Importierte Rohmaterialien und daraus hergestellte Produkte zeugen von Fernhandel und überregionalen Interaktionen im Nahen Osten in einer Zeit, noch bevor der Aufstieg der Stadtkulturen begonnen hatte.

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