Donnerstag, 10. Januar 2019, 18:30

Irans unbekannter Westen

Der Iranist Florian Schwarz öffnet bei zwei Vorträgen der „Kulturwissenschaftlichen Iranforschung“ den Blick für das mittlere Zagros-Gebirge: seine archäologische und historische Bedeutung, seine Vernachlässigung bis in die 1930er Jahre und die anschließende Transformationen der Moderne.

Das Zagros-Gebirge zieht sich im westlichen Teil des Iran in etwa Nord-Süd 1500 km lang durch den Iran. Das Land, wo die letzten Ketten des mittleren Teils an das mesopotamische Tiefland angrenzen, wurde bis in die 1930er Jahre von den iranischen Zentralregierungen kaum beachtet. Dichte archäologische Befunde zeugen aber von einer reichen Geschichte dieses Grenzlandes.

Florian Schwarz, Direktor des Instituts für Iranistik der ÖAW beleuchtet in zwei Vorträgen der Reihe „Kulturwissenschaftliche Iranforschung“ diese Region, dem auch ein Kooperationsprojekt zwischen ÖAW und dem Iranischen Zentrum für archäologische Forschung gewidmet ist. Am 10. Jänner stellt Schwarz unter dem Titel „Unterwegs in Irans Wildem Westen“ den zentralen Zagros aus der Perspektive von – freiwillig und unfreiwillig – Reisenden vor und setzt ihre Berichte in Beziehung mit der heuten Landschaft und den archäologischen Befunden.

Die Fortsetzung folgt am 15. Jänner unter dem Titel „Moderne Transformationen“ und zeigt, wie sich Landschaft und Gesellschaft in dieser Region in den letzten hundert Jahren verändert haben.

Zweimal jährlich, im Jänner und im Juni, stellen Iranist/innen aktuelle Themen ihres Forschungsgebietes einem öffentlichen Publikum im Rahmen der „Kulturwissenschaftlichen Iranforschung“ vor. „Iranforschung“ meint dabei nicht nur das moderne Staatsgebiet „Iran“, sondern behandelt Themen aus Vorder-, Mittel- und Südasien, wo die Kultur in verschiedenen Epochen durch die Dominanz der persischen Sprache geprägt war. Die Vortragsreihe wird vom Institut für Iranistik der ÖAW gemeinsam mit der Österreichischen Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall organisiert.

Einladung