Mittwoch, 15. Mai 2019, 18:00

Für wen im Sandžak kämpfen?

Was bewegte Männer des Sandžak, eines multi-konfessionellen Grenzgebiets am Balkan, sich Anfang des 20. Jahrhunderts als Soldat für eine bestimmte Armee mobilisieren zu lassen? Der Historiker Jovo Miladinović von der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies analysiert bei einem Vortrag an der ÖAW, ob eher religiöse oder nationale Motive oder einfach praktische Gründe im Vordergrund standen.

Der Sandžak ist eine historische Region im Südwesten Serbiens und Nordosten Montenegros. Das Territorium war bis 1913 Teil des Osmanischen Reichs. Zugleich hatte Österreich-Ungarn ein militärisches Mandat für das Gebiet, um serbisch-montenegrinische Einheitsbestrebungen zu unterbinden. Nach dem Ende des Ersten Balkankrieges 1913 wurde das Gebiet zwischen Serbien und Montenegro aufgeteilt. Diese komplexe Geschichte des multi-konfessionellen Grenzlandes ist die Ausgangslage für die Forschungsarbeit von Jovo Miladinović. Der PhD-Student der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies und der Humboldt Universität zu Berlin untersucht die Beweggründe einfacher Männer, sich zwischen 1900 und 1920 für die eine oder andere Armee mobilisieren zu lassen.

Auf Einladung des Instituts für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der ÖAW präsentiert er im Rahmen der Reihe „Balkanforschung an der ÖAW“ seine Forschungsergebnisse zum Thema „Mobilization of Manpower at the End and during the Change of Empires in the Multi-Confessional Borderland Sandžak (1900s–1920s)“.

Vortragsreihe „Balkanforschung an der ÖAW“