Festungsbauten der Monarchie in Montenegro

Aktuelle Kampagne rund um den ehemaligen Kriegshafen Cattaro

Derzeit arbeitet ein ÖAI-Team von ArchäologInnen, einem Vermesser und zwei Restauratorinnen an den k. & k. Festungsbauten rund um die Bucht von Kotor in Montenegro. Die diesjährige Feldkampagne widmet sich Detailkorrekturen an den digitalen Plänen aus den in der Kampagne 2018 gewonnenen Laserscandaten an den Festungsanlagen Kosmač (1858) sowie Goražde (1884-1886). Zusätzlich wird eine weitere Festung am hohen Vermac dokumentiert, die mit einer Errichtungszeit von 1894-1897 die jüngste der drei untersuchten Festungen ist. Damit ist ein zeitliches Spektrum von etwa 40 Jahren bautechnischer Entwicklung abgedeckt .

Den Schwerpunkt der restauratorischen Untersuchungen bilden dieses Jahr materialwissenschaftliche Untersuchungen durch Stein- und Mörtelprobenentnahmen an allen drei Festungen. Die Errichtung der militärischen Zweckbauten kann in einer baugeschichtlich hochinteressanten Übergangszeit von beinahe reinem Kalkmörteln hin zu frühen industriell erzeugten hydraulischen Bindemitteln angesiedelt werden. Es kann außerdem davon ausgegangen werden, dass eine große Korrelation zu Zweckbauten der gleichen Bauzeit in Österreich besteht. Nach Auswertung und Analyse der Materialproben sollen die Ergebnisse mit Hilfe von Archivinformationen, die über Logistik und Bauvorgang informieren, analysiert und interpretiert werden.

Wie bereits im vergangenen Jahr wird die laufende Feldkampagne des ÖAI vom montenegrinischen Kulturministerium bei der Planung, Organisation und Durchführung der Kampagne begleitet und unterstützt. Das Projekt zu den Festungsbauten der Monarchie in Montenegro geht auf eine Initiative des montenegrinischen Kulturministeriums im Herbst 2017 zurück, das eine wissenschaftliche Beschäftigung dieser Objekte rund um den ehemaligen österreichischen Kriegshafen Cattaro angeregt hat.