Wahlen und Politikvermittlung durch Massenmedien


 

hrsg. von Hans Bohrmann, Otfried Jarren, Gabriele Melischek und Josef Seethaler. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 2000. 326 Seiten, ISBN: 3-531-13304-7

Wahlen sind Kulminationspunkte politischer Kommunikation. Dabei kommt den Massenmedien zentrale Bedeutung zu. Durch Thematisierung und Interpretation tragen sie sowohl zur Strukturierung des Wahlkampfs als auch zur Definition des politischen Kräfteverhältnisses nach der Wahl bei. Aus kommunikations- und politikwissenschaftlicher Perspektive leisten die Beiträge des Bandes eine Diskussion des aktuellen Stands der Wahlkommunikationsforschung und präsentieren jüngste Untersuchungsergebnisse im zeitlichen Spektrum vom Kaiserreich bis zur Bundestagswahl 1998. Der Schwerpunkt liegt dabei auf längerfristigen Analysen von Strukturen und Wandlungsprozessen. 
Der Sammelband basiert auf einem von der Kommission für historische Pressedokumentation gemeinsam mit dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, Hamburg, und dem Institut für Zeitungsforschung, Dortmund, veranstalteten Workshop, der im April 1998 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stattfand.

 

Inhalt

Zur Einführung

Ulrich Sarcinelli
Politikvermittlung und Wahlen – Sonderfall oder Normalität des politischen Prozesses? Essayistische Anmerkungen und Anregungen für die Forschung 

Ulrich Saxer
Massenmedien als Wahlkommunikatoren in längerfristiger Perspektive: Ein Forschungsüberblick 

Politikvermittlung in der Wahlkommunikation

Fritz Plasser
"Amerikanisierung" der Wahlkommunikation in Westeuropa: Diskussions- und Forschungsstand 

Klaus Schönbach und Holli A. Semetko
"Gnadenlos professionell": Journalisten und die aktuelle Medienberichterstattung in Bundestagswahlkämpfen 1976-1998 

Jürgen Wilke
Kanzler-Kandidaten in der Wahlkampfberichterstattung 1949-1994: Skizze eines Forschungsprojekts 

Friedrich Försterling
Wahlen aus der Perspektive der Attributionstheorie: Forschungsergebnisse, Versuchspläne und Analyseperspektiven 

Hans-Jörg Stiehler 
"Nach der Wahl ist vor der Wahl": Interpretationen als Gegenstand der Medienforschung 

Gabriele Melischek und Josef Seethaler
Sieger und Verlierer in der Nachwahlberichterstattung der Berliner Tagespresse 1928-1932 

Politikvermittlung und Politikresonanz

Martin Liepach
Publizistische Wahlempfehlungen und das Wahlverhalten der jüdischen Bevölkerung in den Reichstagswahlen 1932 

Manfred Knoche
Politikvermittlung und Wahlkampfkommunikation zu den GRÜNEN in Deutschland (1983-1990): Der Einsatz eines Mehrmethodendesigns für die Langzeitanalyse 

Claude Longchamp
Themenhierarchisierung und Klimaerzeugung: Überlegungen zur Bedeutung des "agenda setting"-Ansatzes für die Analyse und Gestaltung von politischen Kampagnen am Beispiel der schweizerischen Nationalratswahlen 1983-1995 

Helmut Scherer
Wählt das Panel anders? 

Kai Arzheimer, Markus Klein und Jürgen W. Falter
Lässt sich die Total-Design-Method auch auf Panelbefragungen anwenden? Ein Projektbericht 

Wahlkommunikation und politisch-sozialer Wandel

Kurt Imhof und Patrik Ettinger
Die Kommunikationsereignisse Wahlen und Abstimmungen als Indikatoren sozialen Wandels: Das Beispiel der Schweiz im Zeitraum von 1910 bis 1995 

Christina Holtz-Bacha und Eva-Maria Lessinger
Wahlwerbung als Indikator politisch-kulturellen Wandels: Erfahrungen aus einer Langzeituntersuchung 

Rudolf Stöber
Wahlen, Politikvermittlung und politisches Klima im Deutschen Kaiserreich: Verschärfung der Gegensätze oder professionellere Selbstdarstellung der Politik? 

Hartmut Weßler
Deutungswandel im Mediendiskurs: Ansätze zu einer Prozessanalyse der Tiefenstruktur von öffentlicher Kommunikation