Eine der wichtigen Neuerungen im WBÖ besteht in der Vereinheitlichung der Artikelstruktur, d. h. allen Artikeln liegt die gleiche Struktur zugrunde. Die einzelnen Artikelpositionen werden im Folgenden im Detail beschrieben. 

1. Artikelkopf

1. Artikelkopf

Lemmaansatz

Bei der Wahl des jeweiligen Stichwortes verfolgt das Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich (WBÖ) in seiner Neukonzeption einen standardsprachlichen Lemmaansatz. Existiert zu einem Lemma eine gemeindeutsche Entsprechung in der Standardsprache, so wird diese als Lemma gewählt. Zur Überprüfung werden einschlägige Wörterbücher wie der Duden, das Österreichische Wörterbuch (ÖWB), das Wortauskunftssystem zur deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart (DWDS) sowie das Variantenwörterbuch des Deutschen (VWB) herangezogen. Dialektale Varianten wie Stoan/Stān oder hoaß/hāß werden dementsprechend mit den standardsprachlichen Äquivalenten Stein bzw. heiß angesetzt.

Existiert keine standardsprachliche Entsprechung zu einem Lemma, wird eine historisch-etymologische Entsprechung konstruiert, die in dieser Form auch in der Standardsprache vorkommen könnte. Dialektale Varianten wie Foam oder Fām werden dementsprechend unter dem Stichwort Feim lemmatisiert.

Feminina, die im Bairischen im Nominativ Singular häufig endungslos erscheinen bzw. auf -en enden, werden immer mit der standardsprachlichen Entsprechung lemmatisiert (z. B. fā͂õ als Fahne, flǫšn als Flasche). Fehlt eine solche standardsprachliche Entsprechung, wird eine nach standardsprachlichen Regeln konstruierte Form mit auslautendem -e gewählt (z. B. frę̄dn als Frette, fęɒgŋ̥ als Fege).

Die Orientierung an der Standardsprache gilt auch für Suffigierungen. Auf -ing auslautende dialektale Formen (z. B. Fechsing) werden dementsprechend mit -ung lemmatisiert (Fechsung). Adjektive, deren Endung auf mhd. -echt zurückgeht und die dialektal auf -ɐt auslauten, werden als -ert wiedergegeben, da dieses Suffix v. a. im süddeutschen Raum auch in Standardtexten vorkommt (z. B. deppert, farbert, schlampert).

Grundsätzlich gilt, dass der Lemmaansatz so kurz wie möglich gehalten wird, d. h. in der Regel wird ein Lemma angegeben. Existieren zwei Varianten gleichberechtigt nebeneinander, werden beide in den Lemmaansatz aufgenommen (z. B. fert, ferten; Fack, Facke).

Grammatische Information

Angegeben wird jeweils die Wortart (Substantiv, Verb, Adjektiv, Adverb, Präposition, Pronomen, Partikel), dahinter Informationen zum Genus bzw. dem Flexionstyp. Sollten mehrere Genera oder Flexionstypen auftreten, wird der in der Datenbank am häufigsten belegte Typ erstgereiht, der seltenste letztgereiht. Es werden keine Angaben zur Frequenz (meist, oft, seltener, auch usw.) gemacht, da dafür die Beleglage oft nicht aussagekräftig genug ist. Selbiges gilt für die Formen der stark, schwach und gemischt flektierenden Verben.

Sonderfälle

Diminuierungen, movierte Formen (d. h. geschlechtsspezifische Ableitungen wie etwa Fasserin zum Lemma Fasser) und (in Auswahl) Kurzformen stellen Sonderfälle dar. Da diese oft nicht in den Bereich Wortbildung (s. u.) passen bzw. oft auch dieselbe Bedeutung haben wie die Simplizia, werden sie ebenfalls in den Artikelkopf aufgenommen. Zusätzlich werden die diminuierten Formen und Kurzformen mit der Information (Diminutiv) bzw. (Kurzwort) markiert, darüber hinaus wird auch das Genus angegeben. Folgende Diminutivformen können aufgenommen werden:

  • -el – für alle Diminutiva auf -el und synkopiertem -(z. B. Fäckel)
  • -elein – für die Endungen -ele und -le (v. a. im Südbairischen) (z. B. Fäckelein)
  • -erl – für die Endungen -al, -erl, -ai (z. B. Fäckerl)
  • -i – für die Endung -i, meist kindersprachlich (z. B. Fäcki)

Daneben gibt es andere Diminuierungen (z. B. -tsch-Einschub), die einer spezifischen Bedeutung zugeordnet werden müssen. Sie werden ebenfalls in die grammatische Angabe aufgenommen (z. B. Fätschel im Artikel Farch).

Kurzformen werden nur dann in den Artikel aufgenommen, wenn die Beleglage nicht ausreichend für einen eigenen Artikel ist, sie aber aus der Sicht der Schreiberin/des Schreibers eine wichtige zusätzliche Information darstellen. Ein Beispiel dafür wäre die Kurzform Foto, die wie das entsprechende Lemma Fotografie im Femininum belegt ist.

Unterschiede zwischen Wörterbuchartikeln und Datenbank

Da die Belegsammlung nach einem historisch-etymologischen Ansatz lemmatisiert wurde, dem WBÖ in der Neukonzeption jedoch ein an der Standardsprache orientierter Lemmaansatz zugrunde liegt, unterscheiden sich die Lemmata in vielen Fällen voneinander. Das in der Belegsammlung als Fanílle angeführte Lemma erscheint im Wörterbuch unter dem standardsprachlichen Stichwort Vanille, das Lexem Fackse wird im Artikel Faxe behandelt. Daraus folgt auch, dass in die aktuell bearbeitete Artikelstrecke zum Buchstaben Lemmata aufgenommen werden, die mit <f>, <v> oder <ph> beginnen.

2. Verbreitung

2. Verbreitung

Dieses Feld gibt die Gesamtverbreitung eines Lemmas auf der Ebene der sogenannten „Großregionen“ des WBÖ-Bearbeitungsgebiets wieder. Es werden dafür alle Belege für das jeweilige Lemma (sowohl Simplizia als auch Komposita oder Derivationen) aufgenommen, unabhängig davon, ob Angaben zur Lautung oder zur Bedeutung in den Artikel einfließen (bzw. überhaupt vorhanden sind). Die gesonderte Angabe der Gesamtverbreitung ist dadurch motiviert, dass es immer wieder Belege gibt, die unzureichende semantische Informationen enthalten und deren Lautung schlecht bzw. gar nicht transkribiert ist und die somit weder in den Bedeutungs- noch in den Lautungsteil des Artikels Eingang finden. Damit die wertvolle Information über das Vorkommen des betreffenden Lemmas an einem bestimmten Ort bzw. in einer bestimmten Region nicht verloren geht, werden die Belege in das Feld „Verbreitung“ mit aufgenommen. Die geographischen Angaben in diesem Feld sind daher nicht notwendigerweise deckungsgleich mit den Orts- und Regionenangaben in den anderen Artikelpositionen, sondern in vielen Fällen umfassender.

Zur Darstellung der Regionen: Sind alle Großregionen eines Bundeslandes belegt (z. B. Mostv., Industriev., Waldv., Weinv.), wird das jeweilige Bundesland angeführt (NÖ). Großregionen innerhalb eines Bundeslandes werden durch Beistrich getrennt (Mostv., Waldv.), zwischen den Bundesländern bzw. Großregionen verschiedener Bundesländer wird jeweils ein Strichpunkt gesetzt (Mühlv.; Mostv.).

3. Lautung

3. Lautung

Das Feld „Lautung“ umfasst sowohl einen Überblick, in dem die wichtigsten lautlichen Verhältnisse zusammengefasst, sprachhistorisch eingeordnet und sprachgeographisch dargestellt werden, als auch eine repräsentative Auswahl an Belegen aus dem Datenmaterial.

Gemäß dem empirischen Zugang der WBÖ-Neukonzeption beruht die Überblicksdarstellung auf den Lautungsbelegen im Datenmaterial, d.h. es werden nur Aussagen zu Regionen getroffen, für die auch entsprechende Belege vorhanden sind. Für die Interpretation der Daten sowie deren Einordnung in die lautlichen bzw. lautgeschichtlichen Verhältnisse wird auf entsprechende Literatur zurückgegriffen (insbesondere Kranzmayer 1956), die Darstellung der verschiedenen Lautungen erfolgt anhand von Leitformen in einer vereinheitlichten Teuthonista-Transkription, wobei sich die Konventionen der Verschriftlichung an den bisher erschienenen WBÖ-Bänden orientieren.

Die Belegauswahl enthält Lautungsvarianten aus dem Datenmaterial, wobei keine Formen konstruiert, sondern ausschließlich gut transkribierte Originalbelege ausgewählt und aufgenommen werden. Kriterium für die Aufnahme eines Belegs ist neben der Quelle (eher Sammlerbelege und Dissertationen als Wörterbücher) eine möglichst korrekte Verwendung von Lautzeichen. Belege, die mit Di- und Trigraphen realisiert wurden (z. B. ch, sch), werden dabei nach Möglichkeit nicht berücksichtigt, ebenso wenig Belege, in denen Zeichen aus der Orthographie übernommen wurden, die für Lautkombinationen stehen (können) (z. B. x in Faxe). Es wird darauf geachtet, dass die Belege möglichst repräsentativ sind und im Idealfall das gesamte Gebiet abdecken, in dem ein Lemma verbreitet ist. Aufgrund der Beleglage kann es jedoch vorkommen, dass ein Lemma in mehreren Teilen des Bearbeitungsgebiets belegt ist, die Lautbelege aber nur für einen kleinen Teil dieses Gebietes aufgeführt werden können.

Grundsätzlich gilt, dass die Belege genauso in die Artikel übernommen werden, wie sie in der Datenbank (bzw. auf den Handzetteln) erscheinen. Als Ausnahme gilt lediglich, dass nur Kleinbuchstaben verwendet werden (d. h. Flōudɐ wird als flōudɐ wiedergegeben).

Belege aus Komposita werden ebenfalls übernommen, wobei nur das Grundwort angegeben wird und das fehlende Erstglied durch einen Bindestrich markiert wird (z. B. wird im Artikel schwerfällig der Lautungsbeleg schweãfölė als ‑fölė angeführt). Analog verfahren wir mit Präfixen und Artikeln.

Flektierte Formen und Partizipien (sofern es sich nicht um den Nominativ Singular oder Infinitiv handelt) werden so aufgeführt, wie sie in den Daten erscheinen. Die grammatische Information wird in einer eckigen Klammer angegeben (z. B. fȏarăd [Part. I], gfǭrn [Part. II], få̄št [flekt.]. fǫrat [flekt.], fǫɒt̄t̄n [Pl.]. Auf die gleiche Weise werden diminuierte Formen markiert (z. B.fārtl [Dim.]).

Da die LexikographInnen Belege zitieren und keine Formen konstruieren, wird jeweils die kleinstmögliche regionale Einheit (i. d. R. die Gemeinde) gemeinsam mit der Großregion angegeben. Es werden jedoch keine Angaben zur Autorin bzw. zum Autor gemacht, wenn ein Beleg aus einer Publikation stammt.

Bsp.: flōudɐ (Paternion, MKtn.)

4. Etymologie

4. Etymologie

In diesem Feld werden die wichtigsten etymologischen Informationen angegeben, wobei die Nachschlagewerke von Friedrich Kluge (Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache), Wolfgang Pfeifer (Etymologisches Wörterbuch des Deutschen) und Matthias Lexer (Mittelhochdeutsches Handwörterbuch) als wesentliche Informationsquellen dienen. In Bezug auf das Deutsche wird chronologisch auf die verschiedenen Sprachstufen eingegangen (angefangen beim Althochdeutschen). Bei Entlehnungen wird umgekehrt verfahren, d. h. es wird zuerst die Sprache bzw. Sprachstufe genannt, aus der ins Deutsche entlehnt wurde (z. B. Italienisch), danach ältere Sprachen bzw. Sprachstufen (z. B. Latein).

Handelt es sich bei einem Lemma um eine Ableitung von einem anderen Lemma, das in einem separaten Artikel inkl. Etymologie behandelt wird, erfolgt keine Angabe zur Etymologie, sondern es wird auf das Ursprungslemma bzw. den zugehörigen Artikel verwiesen.

Bsp.: Lemma Fertiger: Ableitung von →fertigen

Mehrere Bedeutungsangaben werden (wie auch im Bedeutungsblock, s. u.) stets durch ein Semikolon getrennt, auch wenn im Original ein Beistrich steht (z. B. Lemma „Feier“: ahd. fīra 'Feiertag; Fest').

5. Bedeutung

5. Bedeutung

Bei der Angabe der Bedeutungen orientiert sich das WBÖ sehr stark an der Datenbank. Bedeutungen sollen nicht zu sehr zusammengefasst oder verallgemeinert werden, Feindifferenzierungen bleiben (großteils) beibehalten. Als Vergleich wird jedoch immer der Duden oder das DWDS herangezogen, da dort viele Bedeutungserläuterungen zu finden sind.

Die Nummerierung erfolgt nach dem folgenden Schema:

  • römische Ziffer. arabische Ziffer. lateinischer Kleinbuchstabe) griechischer Kleinbuchstabe)
  • Bsp.: III. 2. a) γ)

 

Die römischen Ziffern stellen Bedeutungsblöcke dar, innerhalb derer feiner differenziert wird. Sind die verschiedenen Bedeutungen eines Lemmas einander sehr ähnlich, wird auf die römischen Ziffern verzichtet und stattdessen gleich mit arabischen Ziffern begonnen.

Was die Reihenfolge der Bedeutungen betrifft, gilt der Grundsatz, dass zuerst die Bedeutung angegeben wird, die der Etymologie am nächsten steht. Innerhalb der einzelnen (durch römische Ziffern markierten) Bedeutungsblöcke wird vom Allgemeinen zum Speziellen gegangen, auch wenn eine spezielle Bedeutung näher an der Etymologie steht als eine allgemeine (vgl. z. B. das Lemma fuchteln).

Die Bedeutungserläuterungen führen immer die kürzeste und offensichtlichste Bedeutung zuerst an. Einzelne Bedeutungen werden mit einem einfachen Semikolon getrennt (siehe auch Etymologie), Beistriche werden nur bei Relativsätzen und elliptischen Konstruktionen gesetzt (z. B. Heuernter: 'Person, die bei der Heuernte hilft'). Auf gegenderte Formen wird nach Möglichkeit verzichtet, dafür werden neutrale Formen verwendet (z. B. Person statt Mann oder Frau).

Bedeutungsangaben, deren Quellen nur unzureichende bzw. unklare Informationen liefern und die deshalb nicht eindeutig interpretierbar sind, werden in doppelte Anführungszeichen gesetzt (z. B. Föhnübler Wind). Bedeutungsangaben, die sich auf den Verwendungskontext des jeweiligen Wortes beziehen, werden nicht in Anführungszeichen gesetzt, sondern mit Sperrung der Schrift angezeigt (z. B. Funse  Schimpfwort für einen (vermeintlich dummen) Menschen). Wenn notwendig und in den Quellen explizit angegeben, wird jede Bedeutungsangabe auch hinsichtlich ihrer Stil- und Normebene bewertet (z. B. Farze 'Posaune' (abwertend); Fisch 'Messer' (gaunersprachlich)).

In manchen Fällen finden sich im Datenmaterial Formen von Sprachgebrauch, die aus heutiger Sicht als unangemessen oder diskriminierend bewertet werden müssen. Häufig richtet sich dieser Sprachgebrauch gegen ethnische, religiöse oder politische Minderheiten, in vielen Fällen auch gegen Frauen. Entsprechende Stellen werden im Artikel mit dem Zusatz [pejorativ] markiert (z. B. wie ein Schinder/Schwärzer/Zigeuner fahren 'schnell, wild, ungestüm fahren' [pejorativ]).

Im Idealfall wird zu jeder Bedeutung (mindestens) ein Belegsatz angeführt, es können jedoch auch mehrere Belegsätze angeführt werden, wenn sich diese in Bezug auf die grammatische Konstruktion unterscheiden (z. B. Sg. vs. Pl.; attributiv vs. adverbial) oder wenn sie den Verwendungskontext verdeutlichen. Bei den Belegsätzen werden – wie auch bei den Lautungsbelegen – genaue Angaben zur regionalen Herkunft gemacht, d. h. unter Angabe der Gemeinde (wenn möglich) und der Großregion. Stammen Belegsätze nicht von Sammlerinnen oder Sammlern, sondern aus Publikationen, so wird zusätzlich die Quelle genau zitiert.

Bsp.: tuǝt si pǫlt fakχlɒ? (Insam 1954: 70; Serfaus, wNTir.)

Stammen zwei Belegsätze aus der gleichen Gemeinde, wird die regionale Zuordnung doppelt angeführt.

Bsp.: sė dǫən fęəchtėguŋ fǫərn (Eggelsberg, Innv.), sė hąmd fęəchtėguŋ gfǫən (Eggelsberg, Innv.)

6. Wortbildung

6. Wortbildung

Dieser Block umfasst sowohl Komposita als auch Partikel- und Präfixwörter, die das Simplex als Grundwort bzw. Basis (und nicht als Bestimmungswort) haben. Das Kompositum Maulfrette beispielsweise erscheint im WBÖ also als Bestandteil des Artikels Frette. Wenn im Artikelkopf mehrere Lemmaansätze belegt sind, aber im Wortbildungsteil nur ein Ansatz enthalten ist, wird nur jener Ansatz gewählt, der auch in den Daten belegt ist. Beim Artikel Fack, Facke ist das Kompositum Greinfacke nur in einer Form belegt, es wird demnach nur der belegte Ansatz verwendet.

Partizipien, die adjektivisch verwendet werden und sich semantisch nicht zu weit von der Grundbedeutung des Verbs abgespalten haben, werden ebenfalls in den Wortbildungsteil des Verbs aufgenommen. Sie werden zusätzlich mit (adjektivisches Part. II) markiert.

Bsp.: zerfieseln (adjektivisches Part. II) 'schlecht geschnitten (z. B. Haare)' Innv. – Danė Hå̄r hānd awǝ zsfisld (Peterskirchen, Innv.)

7. Redewendungen

7. Redewendungen

Im Feld „Redewendungen“ werden idiomatische Wendungen wie Sprichwörter oder Sprüche aufgenommen, die das entsprechende Lemma enthalten. Redewendungen werden nur aufgenommen, wenn sie in einer dialektal transkribierten Form vorliegen. Ebenso muss nachvollziehbar sein, um welche Bedeutung es sich handelt, und zusätzlich müssen sie regional verortbar sein. Die Wortfolge orientiert sich an der Vorlage, syntaktische Konstruktionen, die in der Standardsprache ungebräuchlich oder ungrammatisch sind, werden jedoch korrigiert (z. B. er gibt ihr’s er gibt es ihr).

In das Feld „Redewendungen“ fallen auch Phrasen wie bluten (als) wie ein Fack (sehr stark bluten). Diese werden in ihrer Funktion nicht näher bestimmt, aber mit einer Bedeutungserläuterung versehen. Daneben werden Sprichwörter aufgenommen, die häufig eine übertragene Bedeutung haben und ebenfalls eine Bedeutungserläuterung erhalten.

Bsp.: Kinder und Fäckel haben alleweil leere Säckel  'Kinder und kleine Schweine haben immer Hunger und wollen immer noch etwas zu essen haben' (Sprichwort) mNTir., öNTir.; Ktn.; Innv.; Wien – Khīnɐr und fakė hąmd oėwaė lārė sakė (Eggelsberg, Innv.)

Des Weiteren gibt es auch Sprüche, die einen formelhaften Charakter besitzen und in bestimmten Kontexten verwendet werden. Eine Bedeutungserläuterung fällt in diesem Fall weg.

Bsp.: Beinfraß ich tue dich abbinden, Beinfraß du musst verschwinden, im Namen Gottes Vaters und des Sohns und des heiligen Geistes Amen  Heilspruch Mühlv. – Boãñfrås i tuə di åbind'n / Boãñfrås du muəst faschwind'n / ön Nåmen Gottas Våtas und des Suns und des heiling Geist Amen (Pabneukirchen, Mühlv.)

Weitere Beispiele für Sprüche sind: Segensspruch, Spottspruch, Kinderspruch, Heiratsspruch, Jägerspruch, Trinkspruch etc.