Genesis Rabbah Lehnwörter

Untersuchung des vorwiegend griechischen Lehnwortschatzes im Midrasch Genesis Rabbah, geschrieben in Hebräisch und Aramäisch

Dieses digitale Wörterbuch eignet sich als ein effizientes Werkzeug für weitere kulturelle und sprachwissenschaftliche Studien, nicht nur im Bereich Rabbinischen Studien, sondern auch, um die Erforschung der Interaktion zwischen der jüdischen Tradition und anderen Kulturen in den griechisch-römischen Welten der Spätantike zu fördern.

Das Ziel dieses Projekts besteht in der Erstellung eines digitalen Wörterbuchs im TEI-Format (unter Verwendung des VLE-Tools) und der Annotation der Lehnwörter im Korpus zur Untersuchung von Fragen der Sozio- und Korpuslinguistik.

Genesis Rabbah (GenR) ist der erste rabbinische Kommentar zum Buch Genesis. Es wurde im 5. Jh. n. Chr. im römischen Palästina erstellt. GenR ist ein exegetischer Midrasch (eine Auslegung religiöser Texte im rabbinischen Judentum). Es enthält kurze Erklärungen zu Wörtern und Sätzen, oft auf Aramäisch, aber auch sehr diffizile und subtile (narrative) Erklärungen und Interpretationen des biblischen Textes.
GenR zeigt das rabbinisch-jüdische Weltbild und zeichnet zahlreiche rabbinisch, theologische Konzepte (wie beispielsweise die Schöpfung, Israel und die Nationen, etc.). Viele Verweise auf nicht-jüdische philosophische Gedanken und Literatur werden auf nicht explizite Weise gemacht. GenR ist reich an Fremdwörtern, insbesondere aus dem Griechischen, deren Untersuchung das Hauptziel des Projekts sein wird.
Griechische Lehnwörter, die sich aus über 2000 Artikeln zusammensetzen, die aus verschiedenen Dialekten stammen, bilden die größte Gruppe nicht-einheimischer Wörter nicht nur in GenR, sondern auch in der Gesamtheit des hebräischen / aramäischen Lexikons. Die Transliterationen griechischer Wörter in der rabbinischen Literatur, zeigen sowohl Beweise für den kulturellen und sprachlichen Kontakt zwischen Hebräisch / Aramäisch und Griechisch, als auch einen wichtigen sekundären Beweis für ein hellenistisches Griechisch.

Dieses Projekt wird einige der Desiderate bezüglich GenR abdecken, und beabsichtigt, der Lexikographie griechischer Lehnwörter in der rabbinischen Literatur eine zeitgemäße, digitale Ergänzung zur Verfügung zu stellen, die vor allem aufgrund des interdisziplinären Charakters der Forschung noch unerfüllt bleibt.

Das GenR-Projekt basiert auf einer Kooperation zwischen dem ACDH und der Universität Salzburg (Zentrum für jüdische Kulturgeschichte) unter der Leitung von Prof. Susanne Plietzsch (Mitarbeiter: Dr. Vladislav Slepoy & Dr. Christina Katsikadeli) und wird vom FWF finanziert.