Darstellungen von Musik in der bildenden Kunst bereichern das Verständnis musikgeschichtlicher Prozesse auf einzigartige Weise. Dies gilt sowohl für die zur Anschauung gebrachten Realien, Musiziersituationen und Aufführungskontexte als auch die Formen symbolischer Sinngebung durch Musikmotive in je einmaligen Repräsentations- und Kommunikationszusammenhängen. Diesem eher traditionellen Verständnis von Musikikonographie ist das Teilprojekt Bilder zur Musikgeschichte Österreichs verpflichtet. Von zunehmender Bedeutung für die Musikikonographie sind darüber hinaus rezente Forschungsansätze zu Intermedialität und visueller Kultur, die sich auf alternative Konfigurationen von Musik und Bild richten. So soll eine Datenplattform den intermedialen Verbund von Musik, Bildern und Texten im Chorbuch der Münchner Jahrhunderthochzeit von 1568 (Österreichische Nationalbibliothek Wien) erschließen und zugleich als Prototyp für die digitale Aufbereitung der wittelsbachischen Prachtchorbücher des 16. Jahrhunderts – allen voran des berühmten Bußpsalmencodex (Bayerische Staatsbibliothek München) – dienen. Weitere Aktivitäten gelten der Koordination eines internationalen Forschungsnetzwerks, der IMS Study Group Musical Iconography, sowie der Schriftleitung von Imago Musicae: International Yearbook of Musical Iconography.

Laufende Forschungsprojekte

Abgeschlossenes Forschungsprojekt

Kontaktadresse

Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage
Abteilung Musikwissenschaft

Vordere Zollamtsstraße 3
1030 Wien 


Senior Research Associate

Dr. Björn R. Tammen