Dioptra. Edition der griechischen Version.

(FWF-Projekt P21811 01.01.2011–31.07.2015)


Die Dioptra, im Jahr 1095 durch den sonst unbekannten Philippos Monotropos als Dialog zwischen Körper und Seele in über 7000 Versen verfasst, ist ein wichtiger Text sowohl aufgrund seiner Popularität, als auch wegen seiner Stellung innerhalb der byzantinischen Literatur. Seine klare Ausdrucksweise, seine Struktur in Fragen und Antworten und seine Versform sprachen jene Byzantiner an, die, ohne Gelehrte zu sein, eine gewisse Bildung genossen und ein lebhaftes Interesse an ihrer sichtbaren und unsichtbaren Umwelt hatten. Daher ist die Dioptra eine ausgezeichnete Quelle für die Mentalität eines Teils der byzantinischen Gesellschaft, der erst in jüngster Zeit in der Forschung Beachtung findet. Sie ist außerdem eine wichtige Quelle für die byzantinische Schriftkoine. Durch die Kombination didaktischer Dichtung und Fiktionalität steht die Dioptra im Schnittpunkt literarischer Tendenzen des 11. und des 12. Jahrhunderts. Die Popularität der Dioptra setzte sich über das Mittelalter hinaus im griechisch- und slawischsprachigen Raum fort.

Das Ziel des abgeschlossenen Projektes war, die Dioptra durch eine kritische Ausgabe den Forschern zugänglich zu machen. Das Projekt stellte die Fortsetzung des FWF-Projektes “Die Dioptra des Philippos Monotropos” (P 18245 Einzelprojekte) dar, im Rahmen dessen die Vorarbeiten einer kritischen Edition sowohl des griechischen Textes, als auch der altkirchenslawischen Übersetzung vollbracht wurden.

Die Finanzierung durch den FWF ist mit 31.07.2015 abgeschlossen. Die Publikation der kritischen Edition der Dioptra ist in Vorbereitung.

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