Byzantinische Tetragramme


Hagios Athanasios, Makrinitsa, GR © Andreas Rhoby

Abgesehen von konventionellen Inschriften ist man heute mehr denn je mit Abkürzungen und Akronymen konfrontiert. Ihre Bedeutung wird verstanden, auch wenn nicht jeder fähig ist, sie genau aufzulösen (z.B. CIA, FBI, WHO). Akronyme wurden auch im Mittelalter verwendet, speziell im Osten. In Byzanz spielten die sogenannten „Tetragramme“ eine spezifische Rolle. Ein „Tetragramm“ besteht aus vier Buchstaben (manchmal auch aus vier Paaren von Buchstaben), die normalerweise Darstellungen von Kreuzen begleiten, unabhängig davon, auf welcher Oberfläche diese angebracht sind (Stein, Malerei, Holz, Textil usw.).

Die Wichtigkeit des Kreuzes und seines Kultes in Byzanz ist gut bekannt: Die Bedeutung des Kreuzes als Zeichen der Erlösung und als Symbol der Versöhnung zwischen Gott und den Menschen wird bereits im Neuen Testament diskutiert; mit seiner apotropäischen und schützenden Funktion wird das Kreuz daher auch in der byzantinischen Kunst als das am meisten beherrschende Element betrachtet.

Die am häufigsten vertretenen vier Paare von Buchstaben ist das berühmte IC XC NI KA (= Ἰησοῦς Χριστὸς νικᾷ „Jesus Christus siegt“), das normalerweise in die Räume der vier Ecken des Kreuzes eingeschrieben ist. An zweiter Stelle in der Beliebtheitsskala folgt ΦΧΦΠ. Seine Auflösung Φῶς Χριστοῦ φαίνει πᾶσιν wird in der Liturgie der Vorhergeweihten Gaben verwendet.

Es existieren jedoch viel mehr weitere Tetragramme, z.B. EEEE, ΘΘΘΘ, ΜΓΧΒ, ϚϚΔΠ, CΔΦT, TTTT, XXXX.

Das Ziel des Projekts ist, einen kompletten Online-Katalog aller existierenden Tetragramme (bislang wurden 130 verschiedene Typen gesammelt) und ihre Belege (mehrere hundert) zu präsentieren. Darüber hinaus wird das Phänomen Tetragramme, ihre Präsentation und ihre Interaktion mit dem Leser / Betrachter, auch unter dem Gesichtspunkt der Wort-Bild Problematik, analysiert werden in Studien ähnlich zu Secret Messages? Byzantine Greek Tetragrams and Their Display.

Kooperationspartner


Emmanuel Moutafov (Bulgarian Academy of Sciences, Institute of Art Studies)

Publikation