Das Palastmosaik von Konstantinopel


Leitung: W. Jobst

Die laufenden Arbeiten konzentrieren sich auf die Fertigstellung des Manuskripts zum Palastmosaik von Konstantinopel. Dieses Mosaik schmückte den Fußboden einer Peristylhalle, welche im Zuge von Ausgrabungen des Walker Trust (Universiy of St. Andrews) 1935 – 1938 und 1952 – 1954 freigelegt wurde.

Das Palastmosaik gehörte zur Ausstattung der byzantinischen Kaiserpaläste.

Von der Mosaikfläche wurden durch die britischen Forscher ca. 250m2 freigelegt, was nur etwa 15% der Peristylhalle, deren Fußboden zur Gänze vom Mosaik bedeckt war, ausmacht. Das Mosaik ist von höchster künstlerischer und technischer Qualität, aus Millionen von Tesserae kostbarer Materialien zusammengesetzt.

Die einzelnen Bilder und Szenengruppen zeigen exotische Tiere, Tierkampfgruppen, bukolische und mythologische Szenen. An den Seiten werden die Darstellungen von einer mit Figuren durchsetzten Akanthusrankenbordüre eingerahmt. Hinter den Bildern verbirgt sich eine Paradiesvorstellung. 

Das Schlüsselproblem dieses Kunstwerks ist jenes seiner Erhaltung und Konservierung.

Die erhaltenen Partien in der Nordwest- und Südwesthalle waren bereits von den britischen Forschern abgenommen und in Stahlbetonplatten gegossen worden. Der größte zusammenhängende Teil der Nordosthalle verblieb in situ, wurde gemäß den damals üblichen Konservierungsmaßnahmen mit einem Schutzüberzug versehen, an den Kanten und in den Fehlstellen mit Zementmörtel gesichert. Darüber war ein provisorisches Schutzdach errichtet worden.

Die Generaldirektion der Museen und Altertümer der Türkei suchte aufgrund des sich ständig verschlechternden Zustandes Experten und schloss mit der ÖAW eine Kooperation ab.

In einem gemeinsamen österreichisch-türkischen Forschungs- und Restaurierungsprojekt wurde unter Mitwirkung von Fachleuten beider Länder, sowie internationaler Teilnehmer in den Jahren 1983 – 1997, auf österreichischer Seite durch den FWF gefördert die Sicherung und Neupräsentation des Palastmosaiks unter großem finanziellem Aufwand realisiert. 

Die finale Gesamtpublikation des Projektes wird folgende Abschnitte umfassen

•  W. Jobst, Das Palastmosaik von Konstantinopel. Ausgrabungen und Kunstgeschichte.

•  Bericht über die Restaurierung des Palastmosaiks mit Beiträgen von K. Herold, P. Berzobohaty, C. Podgorschek und Ch. Gurtner (ausgearbeitet von P. Turnovsky).

•  P. Turnovsky, Die Keramik aus den Sondagen unter dem Palastmosaik von Konstantinopel.

•  F. Kappel, Naturwissenschaftliche Analyse des Gesteins- und Glasbestandes des Palastmosaiks von Konstantinopel. 

•  F. KappelA. Gastgeb, Naturwissenschaftliche Analyse spätantiker Amphorenscherben aus dem Kaiserpalast von Konstantinopel.