Römerzeitliche Architektur und Skulptur aus der Siedlung am Titelberg


Kontakt:  G. Kremer

Auf dem Plateau des Titelbergs, an der äußersten Südwestgrenze des Großherzogtums Luxemburg, befindet sich in verkehrsgünstiger Lage ein bedeutendes keltisches und frühkaiserzeitliches oppidum, das Zentrum der Treverer. Nach der Blütezeit der befestigten Anlage im 1. vorchristlichen und frühen 1. nachchristlichen Jahrhundert und mit der Einrichtung der Provinz Gallia Belgica (ab ca. 20 v. Chr., Hauptstadt Augusta Treverorum/Trier) verlor die Siedlung auf dem Titelberg an Bedeutung. Bis ans Ende des 3. Jahrhunderts existierte hier ein provinzialrömischer vicus (Metzler 2006).

Der Fundplatz ist durch zahlreiche Grabungen ab den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts teilweise erschlossen. Seine Bedeutung wird durch eine Reihe spektakulärer Befunde spätkeltischer Bestattungen in der näheren Umgebung – Adelsbestattungen von Goeblingen-Nospelt und Clemency, Gräberfelder Lamadeleine und Goeblingen-Nospelt (Thill, Metzler, Metzler-Zens, Gaeng u. a.) – unterstrichen.

Aus den neueren Grabungen des MNHA und CNRA von J. Metzler und C. Gaeng auf dem Titelberg bedeutende Skulptur- und Architekturfunde der römischen Kaiserzeit. Anzahl, Form und Dekor der erhaltenen Bauteile lassen eine größere Anzahl von reich dekorierten römerzeitlichen Grabmonumenten unterschiedlicher Zeitstellung erwarten. Von den Hallen- und/oder Tempelbauten des abgetrennten östlichen Areals der Siedlung auf dem Titelberg stammen zahlreiche weitere Architekturteile. Die zeichnerische Rekonstruktion und Interpretation des reichhaltigen Fundmaterials aus Stein ist das Ziel des laufenden Projektes, das in Kooperation mit dem Centre national de recherche archéologique Luxembourg CNRA (C. Gaeng, J. Metzler) und M.-P. Darblade-Audoin stattfindet.