Ende 2022 wurde die Printedition des „Österreichischen Biographischen Lexikons 1815–1950“ mit Band 16 abgeschlossen. Durch die Fortsetzung als „ÖBL 2000“ soll die wissenschaftliche Erschließung und Dokumentation von Lebensläufen österreichischer Persönlichkeiten weiterhin garantiert und das ÖBL als Anlaufstelle für nationale und internationale Anfragen sichergestellt werden.

„ÖBL 2000“ wird ab 2023 nur mehr online erscheinen und nimmt Personen in den Blick, die zwischen 1951 und 2000 verstorben sind, wobei auch hier ein deutliches Augenmerk auf second rated people liegt. Bei den Aufnahmekriterien für das ÖBL 2000 liegt der Fokus auf jenen Persönlichkeiten, die die Geschichte der Ersten und Zweiten Republik in prägender Weise mitgestaltet haben. Aufgrund des Zeitrahmens werden vermehrt Persönlichkeiten aus den Sparten Technik, Wirtschaft, Sport, Film, Fernsehen und Populärkultur Aufnahme finden. Geographisch gelten die Grenzen der Republik Österreich. Wie schon bisher setzt die Redaktion auch beim ÖBL 2000 auf einen hoch qualifizierten Autor:innenstab.

Neu ist der Einsatz von Methoden und Werkzeugen der Digital Humanities. Durch Normdatenvernetzung, Annotationen im Text (vorrangig der Entitäten Personen, Institutionen, Orte), Timelines usw. werden etwa spezifische Relationen wie Lehrer:in–Schüler:in-Beziehungen darstell- und abfragbar. Die texttechnologischen Innovationen werden durch die institutionelle Einbindung des Projekts am ACDH-CH der ÖAW ermöglicht und gefördert.

Für das ÖBL 2000 ist ein neues Online-Redaktionssystem sowie ein neuer Webauftritt derzeit in Entwicklung bzw. in der Testphase. Eine technische Basis hierfür (grundlegendes Datenbanksystem) wurde bereits mit dem Projekt Austrian Biographical Information System (APIS) gelegt. Die veröffentlichten Artikel werden an internationale Standards angebunden (Gemeinsame Normdatei GND und damit erfolgt die Einbindung in das Virtual International Authority File VIAF); eine Integration in bestehende europäische Initiativen wie DARIAH, CLARIN und Europeana ist ebenfalls gegeben. Dadurch wird zugleich eine maximale Zugänglichkeit der Forschungsdaten erreicht.


Kontakt im ÖBL:

Dr. Christine Gruber