Demographie Österreichs

Richard Gisser

Die Forschungsgruppe versteht sich als Kompetenzzentrum für Fragen der Bevölkerung Österreichs im nationalen und europäischen Kontext. Sie führt Forschungen zur Struktur und Entwicklung der Bevölkerung in Österreich durch und nimmt als österreichischer Partner an internationalen Netzwerken und Studien teil. Ein Ziel ist die Schaffung verbesserter Grundlagen für bevölkerungsbezogene Politik. Die Forschungsaktivitäten konzentrieren sich auf folgende Themenbereiche:

Fertilität und Familie

Angesichts der geringen Geburten- und Heirats- sowie hohen Scheidungshäufigkeit werden in diesem Themenbereich das generative Verhalten, die Veränderungen der Familienstruktur sowie die verhaltensleitenden und strukturbestimmenden Faktoren untersucht. Dazu gehören vorherrschende Werte, Normen und Einstellungen in der Bevölkerung ebenso wie sozioökonomische Strukturen und bevölkerungsrelevante   sozial- und familienpolitische Maßnahmen und Anreize. Analysiert werden einerseits Daten der amtlichen Statistik ( Bevölkerungsbewegung, Volkszählung, Mikrozensus) und andererseits sozialwissenschaftliche Surveydaten (Fertility and Family Survey – FFS; Population Policy Acceptance Survey – PPA). Eine Teilnahme an dem neuen internationalen Generations and Gender Programme (GGP) ist geplant. more

Migration und Integration von Migranten

Vor dem Hintergrund der Schrumpfungs- und Alterungstendenz der österreichischen Bevölkerung sowie des Migrationsdrucks von außerhalb Europas werden zweierlei Themenbereiche untersucht: Mittels Surveydaten die vorherrschenden Einstellungen in der Bevölkerung zu Ausländern, Immigration und staatlicher Migrations- und Integrationspolitik sowie mittels Statistik- und Prognosedaten die Konsequenzen von Wanderungsströmen und -salden für die Zusammensetzung der Bevölkerung (insbesondere die Altersstruktur) und für demographische Verhaltensparameter. more

Mortalität, Morbidität und demographische Alterung

Dieser Schwerpunkt befasst sich angesichts des bevorstehenden Alterungsschubs mit der differentiellen Mortalität, Morbidität, Pflegebedürftigkeit und Einschätzung des Gesundheitszustands. Es werden Trends der sozioökonomischen Unterschiede bezüglich Sterberisiko, Todesursachen, Gesundheitsverhalten und Lebenserwartung in Gesundheit sowie die Einflüsse von Veränderungen der Bevölkerungsstruktur (z.B. des höheren Bildungsniveaus) untersucht. Für Mortalitätsanalysen hat das VID die Volkszählungen 1981 und 1991 mit den Sterbefällen der darauf folgenden zwölf Monate zusammengeführt; das Gleiche ist für 2001 geplant. Weiters werden Daten aus Gesundheitssurveys (Mikrozensus) und aus dem als Panel angelegten SHARE ( Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe) herangezogen. more

Qualifikationsstruktur der Bevölkerung

Auf Basis eines für Österreich einzigartigen Datenbestandes werden Analysen und Simulationen des Bildungssystems und der Qualifikationsstruktur der Bevölkerung durchgeführt. more

Historische Demographie und Geschichte der Bevölkerungswissenschaft

Die Befassung mit historischen Bevölkerungsdaten hat zum Ziel, für Österreich nicht in ausreichender Qualität vorhandene Langzeitreihen seit etwa 1815 zu erstellen und darauf basierend makrodemographische Analysen durchzuführen. Ein anderes Thema ist die zeitgeschichtliche Aufarbeitung der Vergangenheit des Fachs Demographie in Österreich. more

Themenübergreifende Forschungsarbeiten

Wie bei der historischen Demographie, liegt es oft auch bei Forschungen über zeitgenössische Bevölkerungsfragen und jedenfalls bei Analysen der aktuellen Bevölkerungslage ebenso wie bei Prognosen über die zukünftige Entwicklung in der Natur der Sache, dass mehrere demographische Phänomene gleichzeitig untersucht werden. Aus diesem Grund umfassen Stichprobenerhebungen in der Demographie zumeist mehrere Themen bzw. Module und werden für Bevölkerungsprognosen Hypothesen der zukünftigen Fertilität, Migration und Mortalität entwickelt. more