Fertilität und Familie

Demographisches Monitoring-System (DMS)

Angesichts der tiefgreifenden Folgen des herrschenden Geburtenrückgangs sind nicht nur Anpassungs-, sondern auch Gegenstrategien zu entwickeln. Zur Schaffung fundierter Grundlagen hat das Institut für Demographie in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) und der Statistik Austria im Frühjahr 2004 dem Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (BMSG) einen Vorschlag für ein Monitoring der österreichischen  Fertilitätsentwicklung unterbreitet, das vier Module umfasst: (1) Ein so genanntes „Geburtenbarometer“ zur Analyse der monatlichen Schwankungen in den Geburtenraten, (2) eine Longitudinalstudie über ca. 3.000 Frauen im reproduktiven Alter zum Kinderwunsch und dessen Realisierung („ KiWi“-Studie), (3) eine kontextuelle Datenbank, die fertilitätsrelevante Rahmenbedingungen erfasst; sowie (4) eine biographische Datenbank demographischer Ereignisse, in welcher anonymisierte Daten der Bevölkerungsbewegung zu individuellen Lebensläufen verknüpft werden. more

Generations and Gender Survey (GGS)

Mit der Erhebung „ Fertility and Family Survey(FFS)“ im Jahr 1995/96 nahm neben mehr als 20 Ländern auch Österreich an einem von der UNECE koordinierten europäischen Programm teil, das auf vergleichende demographische Studien zur Fertilitäts- und Familienentwicklung abzielte. Aus diesem Programm ging eine Vielzahl nationaler Analysen und internationaler Vergleiche hervor, die im letzten Jahrzehnt wichtige Einsichten in die demographische Entwicklung Europas lieferte.
Das Nachfolgeprojekt des FFS ist der „ Generations and Gender Survey (GGS)“, der von der United Nations Economic Commission for Europe koordiniert wird. Dabei werden in zwanzig Ländern Europas jeweils bis zu 10.000 Frauen und Männer mit einem koordinierten Fragebogen über ihre Lebens-, Familien- und Berufserfahrungen und Erwartungen befragt. Die so erhobenen Daten werden die empirische Grundlage für zukünftige Verbesserungen in der Sozial- und Familienpolitik und insbesondere im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bilden.
In Österreich erfolgte die Datenerhebung durch Statistik Austria im Jahr 2008, das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) und das VID bilden das nationale Konsortium des GGS http://www.ggp-austria.at.

Das VID strebt umfangreiche Analysen zu einem weiten Spektrum von Fragen der Entwicklung von Fertilität und Familie an, die Basis für neue demographische Erkenntnisse für Österreich, aber auch für vergleichende europäische Studien bilden.

Fertility Intentions and Preferences: Effects of Structural and Financial Incentives and Constraints in Austria

Henriette Engelhardt

Starting from the low period fertility rates in Austria, this paper addresses the question to which extent these low rates can be accounted for by effects of structural and financial measures employed in Austria. Using data from the Population Policy Acceptance Survey 2001 (PPA2) we analyse the effects of these two publicly controversial discussed incentives on the desired total number of children, on wanting no (more) children, and on fertility aspirations under the implementation of certain public policies. Based on zero-inflated Poisson models we find that only structural constraints have an effect on the desired number of children, while financial constraints have no effect. Logistic regression results suggest that neither structural nor financial factors affect the desire for wanting (more) children. Concerning the fertility aspiration under the implementation of certain policy measures our results based on matching methods indicate that both structural and financial incentives would have an effect on thinking about having a( nother) child, on deciding to have a( nother) child, as well as on having the first/next child sooner. However, at parity zero financial incentives seemed to be more important, while at parity one especially structural incentives are the driving force of fertility aspirations.

Why do people postpone their fertility wishes and how does the social network influence this decision?

Katrin Fliegenschnee

Neben Fertilitätsstudien mit standardisierten Interviews wie FFS und KiWi/GGS besteht aus methodologischen Überlegungen heraus auch der Bedarf nach qualitativen sozialwissenschaftlichen Studien zu diesem Thema. In Kooperation mit dem MPIDR in Rostock wird 2005 eine Studie mit qualitativen Leitfaden-Interviews begonnen. Diese sollen auch als Pretests für den GGS verwendet werden, hauptsächlich aber zu einem besseren Verständnis von Forschungsfragen im Bereich der Fertilität beitragen. In erster Linie geht es um Gründe für oder gegen den Kinderwunsch und das Aufschieben der Geburt von Kindern auf einen späteren Zeitpunkt sowie um die Personen, Netzwerke, Bedingungen und Umstände, die   für Fertilitätsentscheidungen wichtig und ausschlaggebend sind.

Fertility of immigrants in Austria

Richard Gisser, Tomáš Sobotka

With available data it is difficult to ascertain the fertility of immigrant women in Austria. Vital statistics rates (TFR) refer to citizenship and do not distinguish between first and second generation. The 2001 census has data on lifetime births by and country of birth of women but not by year of naturalisation. In surveys the foreign/immigrant population is usually underrepresented if not biased. The intention of the study is to investigate the potentialities of the available sources for different concepts of measurement, to compare and discuss the results, and to develop proposals for improvements within the existing sources and eventually for new data collections or estimations (e.g. of populations at risk).

 

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