Montag, 27. März 2017, 18:00

Das große Gleichmachen

Was hatte im Lauf der Geschichte das Potenzial, gesellschaftliche Ungleichheit zu verkleinern? Der Stanford-Historiker Walter Scheidel gibt in einem neuen Buch pessimistisch stimmende Antworten. Darüber spricht er an der ÖAW und am IST Austria.

Walter Scheidel hat in Wien Geschichte und Numismatik studiert, forschte u.a. am Darwin College in Cambridge, lehrte in Paris und Innsbruck und ist seit 2004 Professor für Geschichte an der Stanford University in den USA. Mit diesem Background hat er sich an die Beantwortung einer großen Frage herangewagt: Welche Mechanismen haben das Potenzial, gesellschaftliche Ungleichheit zu reduzieren? Und der Historiker kommt schließlich zu einer pessimistischen Antwort: Von der Antike bis zur Gegenwart seien es Kriege und Seuchen, die im Stande sind, die Lebensbedingungen von Arm und Reich anzugleichen. Seine Erkenntnisse sind kürzlich auch als Buch bei Princeton University Press mit dem Titel „The Great Leveler: Violence and the History of Inequality from the Stone Age to the Twenty-First Century“ erschienen.

Auf Einladung des ÖAW-Instituts für Kulturgeschichte der Antike wird Walter Scheidel das Zusammenspiel zwischen Gewalt und Ungleichheit in der Menschheitsgeschichte am 27. März in seinem Vortrag zum Thema „Was reduziert Ungleichheit?“ erörtern (in deutscher Sprache). Wer an diesem Tag keine Zeit hat oder nicht in Wien ist, kann Scheidel auch am 29. März um 17 Uhr am IST Austria in Klosterneuburg erleben (in englischer Sprache).