Internationale Forschungsprogramme

Das Forschungsprogramm „Earth System Sciences (ESS)“, ein Programm des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), durchgeführt von der ÖAW, hat die Erforschung des Systems Erde zum Ziel. Im Rahmen von Ausschreibungen werden wissenschaftliche Forschungsprojekte gefördert, die dem neusten Stand der Wissenschaft entsprechen. Das Programm ESS sieht es als seine Aufgabe, Lücken in der österreichischen Förderungslandschaft zu schließen. Dies bezieht sich etwa auf  interdisziplinäre Projekte, Projekte zur Langzeitforschung sowie auf Projekte, die auf derzeit noch gering beforschte Bereiche fokussiert sind und denen wissenschaftliche Pionierfunktion zukommt.


Aktuell: MAB_Call 2016

Das Nationalkomitee für das internationale Forschungsprogramm „Man and the Biosphere (MAB)“ ruft zur Einreichung von Projektvorschlägen bis 30. Dezember 2016 auf. Die Ausschreibung erfolgt im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Earth System Sciences“, der an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) verwaltet wird.

Interessierte Wissenschaftler/innen können ab sofort ihre Projektvorschläge bei der ÖAW einreichen. Die Projektanträge sind in englischer Sprache zu verfassen. Die Projektvergabe erfolgt über ein internationales Begutachtungsverfahren.

MAB_Call  (17. Oktober bis 30. Dezember 2016), Antragsformular (PDF), Antragsformular (Word)


Innerhalb von ESS gibt es drei Ausrichtungen, die jeweils von einem  Nationalkomitee verwaltet werden:

  • „Global Change“: Das Nationalkomitee übernimmt die Agenden der früheren Programme Alpenforschung, Global Change, International Strategy for Disaster Reduction (ISDR) und damit die Vertretung in zahlreichen internationalen Forschungsprogrammen/-kooperationen/-netzwerken, beispielsweise:  Future Earth, World Climate Research Programme (WCRP), International Scientific Committee  on Research in the Alps (ISCAR) sowie  Long Term Ecosystem Research (LTER).
  • „Geo/Hydro-Sciences“: Das Nationalkomitee übernimmt die Agenden der früheren Programme Geophysik der Erdkruste (GdE), UNESCO International Hydrological Programme – IHP und UNESCO International Geoscience Programme (IGCP), das in Österreich auch die UNESCO Geoparks vertritt. Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. den globalen Wandel, alle Bereiche der Hydrologie und Wasserbewirtschaftung, geogene Risken (z. B. Massenbewegungen) und Umweltsicherheit so wie Mineralstoff- und Grundwasserressoucen.
  • „Man and the Biosphere (MAB)”: Das im Jahr 1971 gegründete UNESCO Programm widmet sich der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt sowie der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. Ziel ist die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen dem Schutz der biologischen Vielfalt, der Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung und der Bewahrung der jeweiligen kulturellen Werte, kurz: eine nachhaltige Entwicklung der Beziehung Mensch-Umwelt. MAB fördert interdisziplinäre und international vernetzte Forschung, Modellbildung und Training im nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Das Konzept des weltweiten Biosphärenpark-Netzwerkes stellt dabei die Schlüsselkomponente des MAB-Programms zur Umsetzung einer nachhaltigen Gestaltung der Beziehung Mensch-Umwelt dar. Diese international anerkannten Gebiete dienen als eine Art "Freilandlabor", in denen Modelle für eine integrierte nachhaltige Entwicklung der Region bei gleichzeitigem Schutz der Umwelt entworfen, erprobt und umgesetzt werden.
    Weltweit bilden 669 Regionen in 120 Staaten ein Netzwerk von Biosphärenparks, dem auch drei österreichische Modellregionen (Wienerwald, Großes Walsertal, Region „Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge“) angehören. Das österreichische MAB-Nationalkomitee fokussiert seine Forschungsvorhaben auf die heimischen Biosphärenparks, fördert aber auch die Kooperation innerhalb des Weltbiosphärenparknetzwerkes der UNESCO. Aktuell beteiligt sich beispielsweise das Schweizer MAB-Nationalkomitee an der Ausschreibung des österreichischen MAB-Nationalkomitees und unterstützt Kooperationsprojekte zwischen österreichischen und schweizerischen Biosphärenparks finanziell.

Die drei Nationalkomitees setzen sich aus renommierten Wissenschaftler/innen sowie Vertreter/innen von Ministerien und Länderorganisationen zusammen. Sie beobachten die österreichische Forschungslandschaft, analysieren den Forschungsbedarf und formulieren Ideen für neue Programmschwerpunkte. Darüber hinaus obliegt den Nationalkomitees die wissenschaftliche Ausrichtung der Ausschreibung und die Koordination der Forschungsaktivitäten.

Für die Qualitätssicherung wurde ein internationales Earth System Sciences Advisory Board (ESS-AB) eingerichtet. Das ESS-AB berät die Nationalkomitees, die ÖAW und das BMWFW bei der Programmentwicklung und in diesbezüglichen wissenschaftlichen Fragen.