| [2007/03] Alpine Populärkultur im fremden Blick: Der Musikanten-Stadl im Lichte der Wissenschaften |
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Projektleitung: o.Univ.-Prof. Dr. Andre Gingrich, w.M. Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Projektlaufzeit: 01.08.2004 - 31.03.2007
Frei nach dem Motto „sie beforschen uns“ wurden eine türkische Soziologin (Zeynep Baraz) und eine rumänische Kunstphilosophin (Madalina Diaconu) dazu eingeladen, die Beliebtheit und den Erfolg des Musikantenstadls in Österreich aus einer vergleichenden kulturwissenschaftlichen Perspektive zu erforschen. Die Grundidee des „fremden Blicks“ entstand im Rahmen des Wittgensteinforschungsschwerpunkts „Lokale Identitäten und überlokale Einflüsse“ an der Kommission für Sozialanthropologie, die inhaltliche und administrative Koordination oblag Susanne Binder und Gebhard Fartacek. Mit im Projektteam war der Wiener Wirtschaftswissenschafter Wolfgang J. Fellner, der sich mit den medienwirtschaftlichen Dimensionen der volkstümlichen Musik und dem Massenmedium Fernsehen befasste. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass die sozialen und wirtschaftlichen Ungewissheiten der Moderne den Musikantenstadl letztlich so erfolgreich machen. Bestimmte gesellschaftliche Wertvorstellungen, die in der gegenwärtigen Alltagswelt als gefährdet gelten, werden laut den Ergebnissen des Forschungsprojekts im Musikantenstadl hochgehalten: Treue, Sicherheit und Stabilität, Hilfsbereitschaft, Gemütlichkeit und Geborgenheit, Familie und harmonisches Privatleben bei einer klassischen Rollenverteilung von Mann und Frau, Heimatverbundenheit, Gehorsamkeit und nicht zuletzt Pflichterfüllung. |
