| [2009/07] Dimensionen der Identitätsbildung: Gedachte und gelebte Zugehörigkeiten in der islamischen Welt |
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Projektleitung: Andre Gingrich Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Gudrun Kroner Projektlaufzeit: 01.04.2004 - 30.06.2009 Kostenneutrale Projektverlängerung bis 30.07.2009 Finanzierung: Fritz Thyssen-Stiftung, Köln, A.Z. 10.04.1.134 In diesem Projekt wurden Identitätskonstruktionen und Überlebensstrategien somalischer Flüchtlingsfrauen in Ägypten und palästinensischer Flüchtlingsfrauen in Gaza und Jordanien untersucht. In den meisten heutigen Flüchtlingsstudien wird das Augenmerk in erster Linie auf Flüchtlinge gelegt, die nach Europa oder in andere „westliche“ Staaten kommen; dies birgt die Gefahr von Einseitigkeit. Studien über Flüchtlinge in den sogenannten „Entwicklungsländern“ gibt es erst seit etwa zwei Jahrzehnten, und zwar hauptsächlich in Zusammenhang mit Flüchtlingscamps. In dieser Arbeit sollten daher als Gegengewicht die Lebenswelten von Flüchtlingen innerhalb der islamischen Welt und auch teilweise in urbanem Kontext untersucht werden. Die Ergebnisse der beiden Restudies zeigten deutlich den – besonders in einer Fluchtsituation – dynamischen Charakter von Identitätsbildungen und Überlebensstrategien. Die Restudies wurden jeweils ein bis zwei Jahre nach den Ersterhebungen in den Flüchtlingspopulationen durchgeführt und zeigen die Anpassung der Flüchtlinge auf Veränderungen der politischen Situation, der Flüchtlingspolitik und den Lebensumständen. Neue Allianzen (Gruppenidentitäten wie zum Beispiel Mitgliedschaft in politischen Parteien) wurden gebildet, alte Allianzen (Verwandtschaftssysteme, Zugehörigkeiten zu einer bestimmten Gruppe mit derselben Sozialisierung) verstärkten sich teilweise, ebenso kam es zu Veränderungen der Geschlechtsverhältnisse. |