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[2012/09] Die Türken vor (und in) Wien

Zur Vermittlung und Vergegenwärtigung von Geschichtsbildern der "osmanischen Bedrohung" in Österreich

Projektleitung: Silvia Dallinger, Judith Pfeifer, Johanna Witzeling
Projektlaufzeit:
01.10.2009 – 31.09.2012
Finanzierung:
ÖAW-DOC-team Stipendium

Das interdisziplinäre ÖAW DOC-team-Forschungsprojekt „‘Die Türken vor (und in) Wien‘. Zur Vermittlung und Vergegenwärtigung von Geschichtsbildern der ‚osmanischen Bedrohung‘ in Österreich“ untersucht die Vielfältigkeit eines bereits seit Jahrhunderten im kollektiven Gedächtnis Österreichs (und Europas) verankerten und verinnerlichten Geschichtsbildes ‚der Türken‘.

Folgende Fragestellungen werden untersucht:

  1. Wie wird kollektive Erinnerung an die Wiener Türkenbelagerungen und somit kollektive Identität geschaffen, tradiert und instrumentalisiert?
  2. Wie tief sind die Geschichtsbilder von der ‚osmanischen Bedrohung‘ im kollektiven Gedächtnis verankert, wie werden diese für die Gegenwart gedeutet und welche Zukunftserwartungen ergeben sich daraus?
  3. Wann und wieso kommt es zu Neuinterpretationen dieser Geschichtsbilder und wie (können) werden diese durchgesetzt (werden)?

Die Untersuchung dieser Fragen ist in folgenden Teilprojekten vorgesehen:

  • (Be-)Deutungen und kritisch-reflexive Neubewertung von (‚Türken‘-)Denkmälern als Erinnerungsorte im öffentlichen Raum ausgehend vom Beispiel der Sandsteinplastik am Gemeindebau ‚Türkenritthof‘ im 17. Wiener Gemeindebezirk (Silvia Dallinger, Soziologie)
  • Mediale Repräsentationen (v.a. Printmedien) und Inszenierungen von Jubiläen der Erinnerung an die Zweite Wiener Türkenbelagerung (v.a. 1933, 1983 und 2008) (Judith Pfeifer, Politikwissenschaften)
  • Vermittlung von (nationalen) Geschichtsversionen und ihre Rezeption sowie Reflektionsmöglichkeiten für den Geschichteunterricht in der Wiener LehrerInnenausbildung und Lehrpraxis (Johanna Witzeling, Kultur- und Sozialanthropologie)
  • Ziel des Forschungsvorhabens ist es, mittels der Beantwortung der obigen Fragen dazu beizutragen, Mythen der nationalen Geschichts(fest)schreibung aufzudecken und ihre latenten Wirkungsweisen sowie ihre oft verdeckten Reproduktionsformen bewusst zu machen