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21.06.2011

Zwei START-Preise für ÖAW-Forscher

Mathematiker Peter Balazs und Quantenphysiker Peter Rabl ausgezeichnet



Peter Balazs vom ÖAW-Institut für Schallforschung (ARI) und Peter Rabl vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) in Innsbruck erhielten je einen der insgesamt acht START-Preise 2011. Ihnen stehen nun für ihre Forschungen je bis zu 1,2 Millionen Euro für die nächsten sechs Jahre zur Verfügung. Der START-Preis ist die höchste nationale Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler und wird vom Wissenschaftsfonds jährlich vergeben.

Peter Balazs: Mit Mathematik Schall modellieren

Peter Balazs beschäftigt sich mit neuen Methoden der akustischen Modellierung. Das mathematische Konzept der Frames zur Signalverarbeitung soll als das theoretische Rückgrat der akustischen Modellierung im wissenschaftlichen Bereich etabliert werden, insbesondere in der Psychoakustik, der Phonetik und der numerischen Akustik. Frames ermöglichen darüber hinaus einen neuen Zugang zur Daten-Darstellung, die auch für die Praxis künftig große Relevanz haben wird. Peter Balazs forscht im Rahmen des START-Projektes FLAME an einer Verbindung der mathematischen Theorie der Frames, der Signalverarbeitungs-Methoden und deren Implementierung sowie an Möglichkeiten Frames für akustische Anwendungen verfügbar zu machen. "Dieses Grundlagenforschungs-Projekt hat großes Potential, in weiterer Folge zu Anwendungen im täglichen Leben zu führen - in Bereichen wie Lärmbekämpfung, virtuelle Akustik, Audio-Coder und Hörgeräte sowie Sprecher-Erkennung", ist der Mathematiker überzeugt.

Peter Balazs wurde 1970 in Tulln geboren und studierte Mathematik an der Universität Wien, wo er 2005 mit Auszeichnung promovierte. Er forschte an der Université de Provence und am CNRS Marseille in Frankreich sowie an der Université catholique de Louvain, Belgien. Seit 2008 leitet Balazs die Gruppe "Mathematik und Signalverarbeitung in der Akustik" am Institut für Schallforschung.

Peter Rabl: Quantenphysik stößt in die Nanowelt vor

Peter Rabl beschäftigt sich mit neuen theoretischen Ansätzen zum besseren Verständnis der Physik von opto- und nanomechanischen Systemen im Quantenregime. Die rasanten experimentellen Fortschritte auf diesem Gebiet werden es in naher Zukunft ermöglichen, die Gesetze der Quantenmechanik auch anhand von makroskopischen Objekten zu studieren. Dazu analysiert Peter Rabl neue physikalische Effekte, die auf der Quantisierung der makroskopischen Bewegungsfreiheitsgrade basieren. "Ich untersuche anhand von konkreten physikalischen Implementierungen - zum Beispiel Fehlstellen in Diamant-Nanostrukturen - wie die Manipulation von makroskopischen Bewegungsfreiheitsgraden für die Verarbeitung von Quanteninformation oder zur Verbesserung von nanomechanischen Sensoren nutzbar gemacht werden könnte", sagt der Physiker.

Peter Rabl wurde 1978 in Bad Häring geboren und studierte Physik an der Universität Innsbruck, wo er 2006 auch promovierte. Bis 2007 war er Forschungsassistent am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI). Von 2007 bis 2010 forschte Rabl am Institute for Theoretical Atomic, Molecular and Optical Physics (ITAMP) des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, USA. Seit Herbst 2010 forscht Peter Rabl wieder am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI).


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Peter Balazs
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