Suche      Home      Kontakt      English
28.06.2007

Islamische Kunstgeschichte in Wien

Darstellung von Herrschaft und Repräsentation




Vom 6. bis 8. Juli 2007 beschäftigt sich ein öffentliches, internationales Kolloquium an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit der Darstellung von Herrschaft und Repräsentation in der islamischen Kunst und Architektur.

Abbildung: Thronender Fürst mit Musikanten, Akrobaten und Engeln. Titelbild eines Manuskript der Maqāmāt ("Versammlungen") von al-Ḥarīrī, Ägypten (?) 734/1333-34. Wien, Österreichische Nationalbibliothek, A.F. 9, fol. 1 r. Nach: Richard Ettinghausen, Arabische Malerei (Genf: Skira, 1962), S. 148.
Das Bedürfnis, Macht visuell darzustellen, gehört zu den Grundanliegen der menschlichen Gesellschaft. Die orientalische Welt bietet seit frühester Zeit Architekturen und Kunstwerke, die davon Zeugnis ablegen.

Welche Inhalte und Formen zeigen Kunst und Architektur islamischer Zeit in der Darstellung von Herrschaft und Repräsentation? Das Kolloquium diskutiert diese Frage aus Sicht der islamischen Kunstgeschichte und Archäologie. Veranstalter sind die deutsche Ernst Herzfeld-Gesellschaft (e.V.) und das Institut für Iranistik der ÖAW.

Die Veranstaltung widmet sich einem weiten geographischen und historischen Raum, um übergreifende und spezifische Aspekte des Themas in der Kunst islamischer Regionen zu beleuchten. Die Beiträge reichen von der Herrscherdarstellung in Iran über Spolien als Zeichen von Macht in der Architektur Andalusiens bis zu Zeichen des idealen Herrschers in Indien. Symbole und Metaphern der Darstellung des Verhältnisses zwischen den Herrschern und ihren Untertanen werden ebenso diskutiert wie die moderne Architektur in Dubai und Abu Dhabi.

Die Ernst Herzfeld-Gesellschaft (e.V.) ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen mit dem Ziel, die Erforschung islamischer Kunst und Archäologie zu unterstützen und als eigenständige Disziplin zu fördern.

Der Namenspatron der Gesellschaft, Ernst Herzfeld (1879-1948) zählt zu den Begründern der Disziplin. In Österreich leisteten zu seiner Zeit u.a. die Kunsthistoriker Josef Strzygowski (1862-1941) und Ernst Diez (1878-1961) an der Universität Wien und der Arabienforscher Alois Musil (1868-1944) Beiträge.

Das Kolloquium erinnert auch an die Schätze islamischer Kunst in österreichischen Museen und Sammlungen. Ein Beispiel für das Thema der Veranstaltung liefert die in leuchtenden Farben auf einem Goldgrund gemalte Miniatur eines thronenden Fürsten mit Musikanten, Akrobaten und Engel in einem wahrscheinlich ägyptischen Manuskript des 14. Jahrhunderts in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.

Am Institut für Iranistik der ÖAW läuft unter dem Organisator des Kolloquiums, Markus Ritter, derzeit das Projekt "Wandel iranischer Malerei des 17.-19.Jahrhunderts in Wandbildern mit Herrscherdarstellungen".

Das Kolloquium "Die Darstellung von Herrschaft und Repräsentation in der islamischen Kunst" findet im Theatersaal der ÖAW,Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien, statt und ist öffentlich, Interessierte sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen


Kontakt:
Dr. Markus Ritter
Institut für Iranistik
Zentrum Asienwissenschaften und Sozialanthropologie
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Prinz Eugen-Straße 8-10
1040 Wien
T +43 1 51581-7880
F +43 1 51581-7830
markus.ritter@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/iran


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at