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13.01.2003

ÖAW errichtet Institut für Angewandte Mathematik in Linz

Das mit Jahresbeginn 2003 gegründete "Johann Radon Institut für Angewandte Mathematik" der ÖAW wurde vorgestellt ...



Die Linzer Angewandte Mathematik hat bereits jetzt in der internationalen For-
schung eine starke Stellung: In der Grundlagenforschung seien der FWF-Spezial-
forschungsbereich "Numerical and Symbolic Scientific Computing" und das von
Linz aus koordinierte FWF-Schwerpunktprogramm "Number-Theoretic Algorithms"
erwähnt, auf der Seite der Industrieanwendungen das "Industrial Mathematics
Competence Center" und die Beteiligung am Softwarekompetenzzentrum Hagenberg.
Dieser gute Ruf der Linzer Angewandten Mathematik hat nun dazu geführt, dass
die ÖAW, bestärkt durch das Ergebnis einer internationalen Begutachtung,
mit 1. Jänner 2003 in Linz ein Forschungsinstitut mit dem Namen "Johann Radon
Institute for Computational and Applied Mathematics"
eingerichtet hat.
Institutsleiter ist Prof. Dr. Heinz Engl. Das Institut wird Grundlagenforschung
auf dem Gebiet der mathematischen Modellierung, Simulation und Optimierung
komplexer Prozesse mit Anwendungen in Naturwissenschaften, Technik und Finanz-
wissenschaften durchführen. Der Wiener Professor Johann Radon, der mit seiner
"Radon-Transformation" im Jahr 1917 die mathematischen Grundlagen für die
Computertomographie gelegt hat, war ein Pionier auf diesem Gebiet, sodass die
Benennung des Instituts nach ihm sehr angemessen ist.

Prof. Engl leitet am Institut auch eine Abteilung für "Inverse Probleme", weitere
Abteilungen leiten die Linzer Professoren Bruno Buchberger, Ulrich Langer und
Gerhard Larcher sowie die Wiener Professoren Peter Markowich und Walter Schacher-
mayer. Nicht zuletzt auch durch Einbeziehung der beiden Letztgenannten wird das
Institut nicht nur zum Zentrum der österreichischen Angewandten Mathematik,
sondern auch weltweite Bedeutung haben. Im Endausbau wird das Institut, das
großteils vom Bund, zum Teil aber auch vom Land Oberösterreich finanziert wird,
über etwa 25 Postdoc-Stellen sowie zehn Stellen für GastwissenschaftlerInnen verfügen,
die etwa jeweils ein Semester hier sein sollen. Die am Institut angestellten
Postdocs werden weitere Forschungsprojekte etwa aus Mitteln des FWF und der EU
einwerben, sodass mittelfristig am Institut etwa 60 Personen arbeiten werden.
Es handelt sich also sehr wohl um eine Großforschungseinrichtung, die sich einer
ständigen internationalen Evaluierung stellen und auch ein international besetztes
Kuratorium haben wird.

Das Institut wird in seiner Arbeit stark international ausgerichtet sein: Die
Personalrekrutierung erfolgt international, wir wollen versuchen, die weltweit
besten Leute auf diesem Gebiet zumindest für einige Zeit nach Linz zu holen;
ferner wird es international besetzte Spezialsemester zu speziellen Anwendungs-
themen geben. Kooperationen mit ausländischen Instituten ähnlicher Art wie dem
neuen DFG-Forschungszentrum in Berlin oder Instituten der National Science Foundation
wie dem Institute for Pure and Applied Mathematics in Los Angeles, in dem Prof. Engl
ein Spezialsemester leitet, sind bereits konkret im Gespräch.

Das "Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics" ist ein
Institut der Akademie der Wissenschaften, nicht der Universität. Es wird jedoch
eng mit der Universität kooperieren, die Synergien liegen auf der Hand, etwa im
Bereich der Diplomanden- und Doktorandenausbildung, beim internationalen Gäste-
programm, der Bibliothek und der Computerinfrastruktur. Diese Synergien können
effizient genutzt werden, weil sich das Institut im Drittmittelgebäude der Uni-
versität Linz einmieten kann.

Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics
Spezialforschungsbereich F013 Numerical and Symbolic Scientific
Computing

Industrial Mathematics Competence Center
Softwarekompetenzzentrum Hagenberg

Rückfragen:
O.Univ.-Prof. Dr. Heinz W. Engl
Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics der ÖAW
Tel.: (+43 732) 2468-9219 E-Mail: Heinz.Engl@oeaw.ac.at