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13. September 2001
Hightech revolutioniert archäologische Forschung
Internationale Konferenz "Archäologische Prospektion 2001" in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften


Archäologische Fundstellen aufspüren, ohne den Spaten anzusetzen: Modernste, hoch technisierte Methoden ermöglichen die zerstörungsfreie Erkundung archäologischer Denkmäler. Durch fotografische Aufnahmen aus der Luft oder die Messung physikalischer Eigenschaften der Erde wie etwa des Magnetfelds oder der Ausbreitungsgeschwindigkeit elektromagnetischer Wellen im Untergrund lassen sich von Menschen geschaffene, im Boden verborgene Strukturen noch nach Jahrtausenden auf Computerschirmen wieder sichtbar machen. Weltweit führende ExpertInnen präsentieren im Rahmen der Konferenz "Archaeological Prospection 2001" von 19. bis 23. September in Wien ihre Forschungsergebnisse und berichten über methodische Neuerungen. Ein Tag der Konferenz steht auch dem nichtwissenschaftlichen Publikum offen.

Mit Hilfe der Luftbildarchäologie konnten allein in Österreich in den letzten beiden Jahren über 300 archäologische Fundstellen neu entdeckt und dokumentiert werden, darunter Siedlungen und Befestigungsanlagen aus der Stein- und Bronzezeit, römische Villen und Lager, Gräberfelder aus dem Frühmittelalter sowie mittelalterliche Siedlungen. Ausgehend von den Luftbildern werden mittels modernster photogrammetrischer Hard- und Software Pläne dieser Fundstellen erstellt, die sowohl für die archäologische Forschung, den Denkmalschutz als auch für die Raumplanung von Nutzen sind.

Für die zerstörungsfreie Untersuchung der aus der Luft entdeckten Fundstellen kommen am Boden speziell entwickelte geophysikalische Prospektionsmethoden zum Einsatz. Kleinste Veränderungen des Erdmagnetfeldes oder Veränderungen von reflektierten Bodenradarwellen werden mit High-Tech-Instrumenten in einem engen Raster über der Fundstelle aufgezeichnet. Während die magnetische Prospektion eine Art "Röntgenbild" des Bodens zeigt, kann mit Hilfe des Bodenradars ein dreidimensionales Abbild gewonnen werden, vergleichbar mit der Computertomographie in der Medizin. Die kombinierte Interpretation dieser Prospektionsergebnisse liefert ein detailreiches, dreidimensionales Modell der im Boden verborgenen archäologischen Strukturen.

Der zweite Tag der Konferenz steht mit öffentlichen Vorträgen und Posterpräsentationen einem breiten Publikum offen. Spektakuläre Ergebnisse aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks, in denen die Luftbildarchäologie eben erst begonnen hat, werden vorgestellt. Die mit modernsten Messgeräten arbeitenden Prospektoren stellen sensationelle Neuentdeckungen in Ephesos, Milet, Rom und Palmyra, auf Kreta, in Ägypten und China erstmals der Öffentlichkeit vor.

Bei einer Exkursion ins Weinviertel werden weltweit einzigartige archäologische Fundstellen besichtigt und neueste österreichische Forschungsergebnisse präsentiert. Besondere Beachtung finden dabei die in ihrer Funktion rätselhaften 6500 bis 7000 Jahre alten kreisförmigen Grabenanlagen aus der Steinzeit, die ältesten Monumentalbauwerke Mitteleuropas.

Der letzte Tag der Konferenz führt nach Carnuntum, in die größte archäologische Landschaft Österreichs. Hier werden die neuesten Forschungsergebnisse im Bereich der römischen Zivilstadt präsentiert, wo durch Bodenradarmessungen das seit über 100 Jahren gesuchte Forum entdeckt wurde. Aus den Prospektionsdaten und weiteren Erkenntnissen archäologischer Grabungen wird ein Teil der römischen Stadt nach fast zweitausend Jahren virtuell wiedererstehen und auch für die breite Öffentlichkeit ein verständliches Bild der römischen Epoche bieten.



Informationen zur "Fourth International Conference on Archaeological Prospection 2001"

Die Konferenz findet auf Einladung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) statt.

Zeit: 19.-23. September 2001

Ort: Österreichische Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2

Öffentliche Vorträge am Donnerstag, 20. September 2001, 8.00 bis 15.00 Uhr, im Festsaal der ÖAW


Rückfragen:

Dr. Michael Doneus, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien
1190 Wien, Franz-Kleingasse 1
Tel.: (+43 1) 4277/40486, Fax: (+43 1) 4277/9404, E-Mail: archeo2001@zamg.ac.at


Informationen und Programm:

http://www.univie.ac.at/archeo2001
http://www.oeaw.ac.at/Newsset.html
http://www.univie.ac.at/Luftbildarchiv/
http://www.univie.ac.at/urgeschichte/
http://rs6000.univie.ac.at/AARG/



Weitere Informationen:
Dr. Marianne Baumgart, Öffentlichkeitsarbeit, ÖAW
Tel.: (+43 1) 51581/219, Fax: (+43 1) 51581/275, E-Mail: Marianne.Baumgart@oeaw.ac.at


 
Österreichische Akademie der Wissenschaften
A-1010 Wien
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel.: (+43 1) 51581-0
webmaster@oeaw.ac.at

last update: 2001/08/27
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