„Die sprachliche Vielfalt ist ein Kernstück des europäischen Kulturerbes und wird dies auch in Zukunft sein. Allen in Europa gesprochenen Sprachen kommt dabei große Bedeutung zu."
[Das Europäische Jahr der Sprachen 2001]

 

Erklärung

Überzeugt von der Notwendigkeit, die deutsche Sprache in ihrer kulturellen Entwicklung in unterschiedlichen staatlichen Kontexten zu erforschen, ihre vielfältigen Lexikon- und Textqualitäten mittels informationstechnologischer Verfahren für die Nachwelt aufzubereiten und zu erhalten, gewillt auch,

die Vorteile einer grenzüberschreitenden Arbeitsweise zu nutzen, um gemeinsam das Interesse an der deutschen Sprache international zu fördern und wissenschaftlich zu unterstützen,

beabsichtigen

die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW), vertreten durch ihren Präsidenten, Univ.-Prof. Dr. Dieter Simon,

die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), vertreten durch ihren Präsidenten, Univ.-Prof. Dr. Werner Welzig, und
die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW), vertreten durch ihren Präsidenten, Univ.-Prof. Dr. Roland Ris,
in technischer und inhaltlicher Abstimmung den Aufbau elektronischer Textcorpora als Grundlage für ein »Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts«. Neben Zeugnissen der gedruckten Hochsprache werden in Zusammenarbeit der drei Akademien auch alltags-, gebrauchs- und fachsprachliche Bestände ausgewählt und digital aufbereitet werden. Die so entstehenden Textcorpora werden als Datenbanken unter Verwendung kompatibler Formate unter einer gemeinsamen Oberfläche im Internet abfragbar sein.

Die drei Akademien verbindet die Auffassung, dass es für den verantwortlichen Umgang mit Sprache ebenso wie für deren wissenschaftliche Erforschung gleichermaßen von Nutzen ist, wenn umfangreiche, gut ausgewählte und linguistisch sinnvoll aufbereitete Text- und Sprachzeugnisse in digitaler Form verfügbar und jedem an der Sprache Interessierten zugänglich sind.

Die wissenschaftlich fundierte Auswahl und Strukturierung von Texten in Form elektronischer Textcorpora, wie sie für andere europäische Sprachen bereits existieren, dient nicht nur der Erhaltung und Dokumentation des kulturellen Wissens, sondern auch der Stimulierung innovativer Fragestellungen und der Entwicklung neuer Methoden in den Sprach-, Kultur-, Gesellschafts- und Informationswissenschaften. Nach Überzeugung der Beteiligten ist es Aufgabe gerade der Wissenschaft und der staatlich geförderten Forschungseinrichtungen, solche Textcorpora aufzubauen und öffentlich nutzbar zu machen.
 
 

Wien, am 12. März 2001
 

BBAW                                    ÖAW                                      SAGW


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Letzte Änderung: 13.03.2001 18:02