Karl V. 1500-2000

Symposium vom 7. - 11. März 2000 in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)



Am 24. Februar 2000 jährte sich zum 500. Mal der Geburtstag Kaiser Karls V., der mehr als alle anderen mittelalterlichen und neuzeitlichen Kaiser über eine unvergleichlich große Macht- und Herrschaftsbasis verfügte. Es war daher auch nie so sehr die Person wie das Phänomen seiner Herrschaft, das Historiker und Literaten faszinierte. Es ist die Ausdehnung, die Größe der Herrschaftsgebiete Karls V., die faszinierend wirkt - von den Niederlanden und den spanischen Reichen ausgehend, einschließlich süd- und oberitalienischer Gebiete, dem Heiligen Römischen Reich bis zu den Überseegebieten in Amerika und Ostasien. Dadurch entsteht der Eindruck, daß sowohl vor als auch nach Karl V. kein Kaiser mehr ein so ausgedehntes Reich beherrscht hat. Herrschaft und Reichsidee sind es, die das Phänomen Karls V. ausmachen; Höhepunkt und Ende einer wohl mittelalterlichen Herrschaftsidee. Karl V. ist aber auch deshalb ein "Ausnahme"-Kaiser, weil er nach 40jähriger Regierung abdankte, um sich in eine der einsamsten Regionen der Extremadura (nach San Jerónimo de Yuste) zurückzuziehen. Ein unglaubliches, der Nachwelt viele Rätsel aufgebendes Faktum.

Die ambitiöse Devise Karls V. "Plus ultra" (Weiter, darüber hinaus) hat sich in politischer Hinsicht erfüllt. Gerade deshalb sollte Kaiser Karl V. nur an europäischen und weltpolitischen Maßstäben gemessen werden. Die österreichischen Länder waren unter ihm in ein großes ausgedehntes Reich bzw. einen Wirtschaftsraum eingebunden, der nicht nur die westeuropäischen Gebiete (heute die Niederlande, Belgien und Luxemburg), Spanien und große Teile Italiens umfaßte, sondern auch die damals bekannten Gebiete Mittel- und Südamerikas; die wirtschaftliche und politische Verbindung der österreichischen Länder mit Westeuropa war so intensiv wie nie zuvor. Für ihre Entwicklung, im besonderen für die der Stadt Wien, war die Herrschaft von Karls Bruder Ferdinand I. deshalb von so grundlegender Bedeutung, weil dieser in Absprache mit dem Kaiser hier die wichtigsten Entscheidungen der mittel- und osteuropäischen Politik traf und nach dem Tod des Kaisers überdies die Nachfolge im Kaisertum antreten konnte.

Vom 7. bis 11. März 2000 findet in Wien ein internationales Symposium statt, an dem führende Historiker und Historikerinnen aus Europa und den USA teilnehmen. Die Tagung wird gemeinsam organisiert von der Historischen Kommission der ÖAW und der Sociedad Estatal para la Conmemoración de los Centenarios de Felipe II y Carlos V, S.A. und ist die einzige Veranstaltung dieser Art in den deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Schweiz und Österreich). Das Symposium verfolgt eine Standortbestimmung der internationalen Forschung und eine Diskussion einzelner Themenbereiche und offener Fragen der Politik und Herrschaft Karls V. Sie gelten

Dabei werden den bisherigen Leistungen der Geschichtswissenschaft bestehende Defizite und Desiderate gegenübergestellt, um künftige Forschungsaufgaben zu definieren. Die Publikation der Tagungsbeiträge ist geplant.



 
 

Symposium "Karl V. 1500 - 2000"

7. - 11. März 2000

Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal
1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19
 

Veranstalter

Historische Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

in Zusammenarbeit mit der
Sociedad Estatal para la Conmemoración de los Centenarios de Felipe II y Carlos V, S.A.
(Spanische staatliche Gesellschaft für die Gedenkfeiern für Philipp II. und Karl V.)
 

Wissenschaftliche Leitung

Univ.-Prof. Dr. Alfred Kohler
 

Koordination

Mag. Barbara Haider, Marianne Grattenthaler

Tel.: +43-1 / 512 91 84 / 91, 92
e-mail: histkomm@oeaw.ac.at


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Letzte Änderung: 03.03.2000 20:31