Mit der Hochschulplanungsprognose 1999 liegt die siebente Überarbeitung
eines seit 1978 an der ÖAW laufenden Projektes zur Hochschulplanung
vor. Wie zuletzt 1986 und 1993 wurden auch 1999 sämtliche Parameter
für das Prognosemodell neu geschätzt. Dabei konnten die Inskriptionsdaten
der Österreichischen Hochschulstatistik bis zum Wintersemester
1997/98, die Abschlußdaten des ÖSTAT bis zum Studienjahr 1996/97
und eine neue Maturantenprognose berücksichtigt werden.
Die Ergebnisse der aktuellen Fortschreibung sind in hohem Maße
von der wichtigsten bildungpolitischen Innovation der neunziger Jahre,
der Errichtung eines Fachhochschulsektors, determiniert.
Nach einer mehr als 20-jährigen Expansionsphase war der Hochschulsektor
1987/88 mit einer Maximalzahl von 22.400 inländischen Erstimmatrikulierenden
in eine Stabilisierungsphase eingetreten. Trotz der Erweiterung des Kreises
der Zugangsberechtigten durch die Einrichtung der Höheren Lehranstalten
für Lehrer- und Erzieherbildung um 1990 und trotz steigender Bildungsbeteiligung
im Sekundarschulbereich ist. dank der demographisch bedingten Entlastung
die Anfängerzahl nicht gestiegen. Zeitgleich mit dem Auslaufen dieses
demographischen Entlastungseffekts ab 1995 findet nun der Aufbau von FHS-Lehrgängen
statt, sodass der bis 2010 zu erwartende, rd. 30-prozentige Wachstumsschub
bei den Maturanten praktisch zur Gänze von dieser neuen postsekundären
Ausbildungsinstitution absorbiert werden könnte. Sollten – wie geplant
– bis zum Jahr 2005 etwa 6.000 Ausbildungsplätze für Anfänger
an FHS angeboten werden, wäre damit zu rechnen, dass auch in den kommenden
25 Jahren die Universitätsanfängerzahlen stagnieren und die historische
Höchstmarke aus 1987 allenfalls zwischen 2010 und 2015 geringfügig
überschritten werden dürfte.
Die Zahl der inskribierten inländischen ordentlichen Hörer
an Universitäten hat laut österreichischer Hochschulstatistik
im Wintersemester 1995/96 mit knapp 190..000 Personen ein Maximum erreicht.
Die – geringfügigen – Rückgänge in den beiden Folgejahren
waren in einer Periode von 40 Jahren ein singuläres Ereignis. Angesichts
der oben beschriebenen Zugangsentwicklung stagnieren die Hörerzahlen
auch im Prognosezeitraum zwischen 185 und 200 Tausend. Schwankungen könnten
sich allenfalls aus Änderungen der Verweildauer ergeben, wobei ein
Jahr Verweildauer etwa 20.000 inskribierten Hörern entspricht.
Für den FHS rechnet die Prognose mit stetig steigenden Hörerzahlen
bis 2005, wo die Ausbauziele mit 20-21.000 Hörern erreicht werden.
Die Analyse der Abschluss- und Absolventenzahlen zeigte auf, dass der
über viele Jahre hin sinkende Trend der Erfolgswahrscheinlichkeit
in den neunziger Jahren deutlich aufwärts weist. Statt weniger als
44% (1988) beendeten zuletzt (1996/97) 54% der Anfänger zumindest
ein Studium. Da gleichzeitig die stärksten Jahrgänge das Abschlussalter
erreicht haben, ist damit zu rechnen, dass die 14.000 Abschlüsse (darunter
12.000 Erstabschlüsse) des Jahres 1996/97 bis auf weiteres nicht mehr
überschritten werden dürften. Die „Akademisierung“ (Erstabschlüsse
am entsprechenden Altersjahrgang), die sich zwischen 1971 und 1996 von
4 auf 9 Prozent erhöht hat, dürfte im kommenden Jahrzehnt auf
11,5 Prozent weiter ansteigen, aber ab 2005 infolge des Entzugseffekts
der FHS eher stagnieren.
Entwicklung der Maturantenzahlen 1964-2020 (Prognose ab 1998)
Quelle: Hochschulplanungsprognose 1999 Institut für
Demographie
Erstmalig immatrikulierende inländische ordentliche Hörer
Quelle: Hochschulplanungsprognose 1999 Institut für
Demographie
Entwicklung der Hörerzahlen bis zum Jahr 2020
Quelle: Hochschulplanungsprognose 1999 Institut für
Demographie
Entwicklung der Zahl der (Erst)abschlüsse an Universitäten
(3 Varianten)
Quelle: Hochschulplanungsprognose 1999 Institut für
Demographie
Rückfragehinweis
INSTITUT FÜR DEMOGRAPHIE DER ÖAW
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