Erinnerungsräume & Gedächtnisorte

2. Internationaler Kongreß im Rahmen des Forschungsprogramms „Orte des Gedächtnisses“ der Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) / 9.-11. November 2000



 

Gedächtnisorte im wörtlichen und metaphorischen Sinn sind Plätze, Gebäude, Denkmäler, Symbole (Flaggen), musikalische oder literarische Inszenierungen und historische Ereignisse. Das Interesse an der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung hängt mit den immer deutlicher wahrnehmbaren, beschleunigten Veränderungen unserer Lebenswelt zusammen. Gedächtnisorte spiegeln somit die ethnisch-kulturelle Vielfalt wider, die Österreich stets geprägt hat und die gegenwärtig wieder zur Diskussion ansteht.

Die Internationale Konferenz „Erinnerungsräume & Gedächtnisorte“ vom 9.-11. November 2000 in der ÖAW (1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19, Theatersaal) versucht deutlich zu machen, daß „Gedächtnisorte“ prinzipiell nicht national ausgerichtet sind, wenngleich sie durch eine gelenkte Erinnerung vereinnahmt werden können.

Zunehmende Mobilitäten, Migrationen und globale Vernetzungen tragen zur Erweiterung des Bewußtseins bei. Traditionelle Orientierungsmuster scheinen daher für den Einzelnen und die Gesellschaft zunehmend an Bedeutung zu verlieren. Dem gegenüber wächst jedoch zugleich das Interesse an stabilen Identifikatoren. Daraus erklärt sich auch das zunehmende Interesse für identitätsstiftende Prozesse. Identitätsbildung hat ganz maßgeblich mit einem bewußten Sich-Erinnern oder Verdrängen von Vergangenem zu tun.

Erinnerung klammert sich an bestimmte Ereignisse, an Personen, an Räume oder Orte im wörtlichen oder übertragenen Sinne. Durch eine gelenkte, „instrumentalisierte“ Erinnerung können freilich Gedächtnisorte oder Gedächtnisräume verändert oder erst konstruiert werden, wobei die Ab- und Ausgrenzung von etwas anderem oder die künstliche, virtuelle Schaffung von Fremd- und Feindbildern eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Es ist dies eine Vorgangsweise, die in der Gegenwart auch die politischen Auseinandersetzungen zu beherrschen beginnt.

Im Rahmen der Tagung referieren u.a. Andre Gingrich (Wien), Florin Zigrai (Bratislava), Lydia Haustein (Göttingen), Jacques Le Rider (Paris), Andrei Corbea-Hoisie (Iasi), Pieter M. Judson (Swarthmore/USA), Wolfgang Kos (Wien), Eve Blau (Harvard/USA), Ákos Moravánszky (Zürich).
 

 

Rückfragehinweis über das Forschungsprogramm und die Tagung:

            Univ. Prof. Dr. Moritz Csáky, Mag. Monika Sommer, Dr. Peter Stachel

            Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW

            1010 Wien, Postgasse 7-9/3

 
            Tel. 01/51581-457, 348

            moritz.csaky@oeaw.ac.at,   monika.sommer@oeaw.ac.at,   peter.stachel@oeaw.ac.at
 


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Letzte Änderung: 08.11.2000 14:26