Entdecker der Boten-RNA in Wien

Mit dem Thema "Reconstruction of past genomes" setzt sich einer der Pioniere der Genforschung, Sydney Brenner, im Rahmen eines Vortrags am 22. März 2000 in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auseinander. Sydney Brenner ist seit 1996 Präsident und Direktor des Molecular Sciences Institute in La Jolla (Kalifornien), eines der weltweit größten genetischen Sequenzierungslabors, und seit 1998 Professor an der University of California, Berkeley.

In seiner Laufbahn hat Brenner mit Viren, Bakterien, Würmern und mit Wirbeltieren gearbeitet. Auf ihn geht die Entdeckung der Boten-RNA zu Beginn der 60er Jahre zurück. Das Boten-Konzept und der von Brenner und Kollegen erbrachte experimentelle Beweis hat erstmals Klarheit im Hinblick auf den grundlegenden Informationsfluß von der DNA zum Protein geschaffen.

In den späten 60er Jahren wandte sich Brenner besonders der Entwicklungsbiologie und der Neurobiologie zu. Um die Funktion des Nervensystems studieren zu können, bedurfte es eines hinreichend einfachen Modellsystems. Brenner suchte und fand ein Untersuchungsobjekt in dem Wurm "Caenorhabditis elegans". Untersuchungen an diesem Modellorganismus wurden später in Instituten auf der ganzen Welt betrieben. Darüber hinaus hat Sydney Brenner eine maßgebliche Rolle bei der Initiierung der Sequenzanalyse des menschlichen Genoms gespielt. Da das menschliche Genom aber sehr groß ist hat Brenner nach Alternativen gesucht. Er fand ein besseres, experimentell leichter zugängliches System: den Puffer-Fisch oder Fugu der derzeit im Mittelpunkt der Untersuchungen steht.

Der Vortrag von Sydney Brenner findet im Rahmen der Reihe "Mendel-Lectures 1999/2000" statt, die von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (I.M.P.) und der Industriellenvereinigung Wien veranstaltet wird.

Die im Zusammenhang mit der Vortragsserie vom Stadtschulrat für Wien organisierte "Junior Academy", einer Diskussionsveranstaltung für Schüler, findet am 22. März 2000 um 9.00 Uhr im Gymnasium Krottenbachstraße 11-13, 1190 Wien, statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit zu Kontakten mit führenden internationalen Forschern und zur vertieften Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema.


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Letzte Änderung: 23.03.2000 10:06