Die Tagung steht am Beginn des, von der ÖAW-Kommission unter Leitung des Historikers Moritz Csáky eingerichteten interdisziplinären Forschungsprogramms "Orte des Gedächtnisses". "Orte des Gedächtnisses" im wörtlichen (topographischen) und metaphorischen Sinn sind Räume, Städte, Plätze, Gebäude, Lokale, Denkmäler, Gedächtnistage, Symbole (Flaggen), literarische oder musikalische Inszenierungen, historische Ereignisse sowie in besonderer Weise Sammlungen wie Museen, Bibliotheken oder Archive. "Die Aufgabe des neuen Forschungsprogramms besteht in der wissenschaftlichen Aufbereitung jener ‚Orte‘, die in der kollektiven Erinnerung eine besondere Rolle spielen und daher von identitätsstiftender Relevanz sind", so Moritz Csáky. Dem Gedächtnisprogramm der ÖAW liege - im Gegensatz zu anderen Forschungsansätzen - die Hypothese zugrunde, daß die in den Gedächtnisorten lagernden Identifikatoren nicht national, sondern prinzipiell transnational ausgerichtet sind. Daß sie national vereinnahmt (instrumentalisiert) werden können, stehe freilich außer Zweifel. An "Orten des Gedächtnisses" in Wien und Österreich lasse sich dies, nicht zuletzt aufgrund vielfältiger kultureller Einflüsse, besonders überzeugend nachweisen.
Das Programm umfaßt die Themenbereiche: "Speicher
des Gedächtnisses: Museen, Bibliotheken, Archive", "Der Raum", "Der
Ort", "Ambivalenz der Geschichte", "Welches kulturelle Erbe?", "Die Lebenswelt",
"Das instrumentalisierte Gedächtnis", "Gesellschaft - Kultur – Identität".
Zwei große Publikationen, "Der Heldenplatz" sowie "Museum-Gedächtnis-Identität"
sind zurzeit in Vorbereitung.
Rückfragehinweis über das Forschungsprogramm und die Tagung:
Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
der ÖAW
Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien
Tel: 01/51581-310, 312