Wien/Graz, September 1998
Österreichische Akademie der Wissenschaften errichtet Forschungszentrum in Graz Nach Abschluß der Ausschreibungsverfahren haben die Bauarbeiten begonnen
Vor kurzem wurde mit dem Bau des Forschungszentrums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Graz begonnen. Nach Abschluß der EU-weit durchgeführten Ausschreibungsverfahren für alle Bauleistungen wurden die Baumeister- und Stahlbauarbeiten in Auftrag gegeben. Den Zuschlag erhielten in beiden Fällen österreichische Unternehmen. Weitere Aufträge werden entsprechend dem Baufortschritt im Lauf des nächsten halben Jahres vergeben.
Die Gesamtplanung des Forschungszentrums liegt bei der Architektengruppe CEPEZED (Delft, Niederlande), die 1997 aus einem Architektenwettbewerb als Sieger hervorgegangen ist. Die Grazer Partner bei der Errichtung des Gebäudes sind das Architekturbüro Peyker (Koordination), das Büro Wendl (Statik) und das Büro Pickl (Haustechnik).
Das Gebäude wird auf einem von der Stadt Graz zur Verfügung gestellten, 5.000 mē umfassenden Grundstück im Bereich des Technologieparks St. Peter-Messendorf (Baugrund Schmiedlstraße) errichtet. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften wird damit auch in der steiermärkischen Landeshauptstadt (wie etwa in Salzburg und Innsbruck) mit einem eigenen Forschungsgebäude vertreten sein. Die problematische Raumsituation ihrer Grazer Institute (Weltraumforschung und Biophysik) soll dadurch gelöst und die Ansiedlung geisteswissenschaftlicher Einrichtungen ermöglicht werden.
Das aus drei Stockwerken plus Souterrain (für gemeinsame Einrichtungen wie Seminarräume und Bibliothek) bestehende Gebäude wird sich durch seine differenzierte Baukörpergestaltung in die Umgebung einfügen. Zentrales Element ist ein Atrium als Kommunikations- und Verbindungsraum. Die variable Konstruktion ermöglicht Flexibilität in der Nutzung. So können diverse Räume sowohl als Labors als auch als Büros genutzt werden.
Die Baudauer wird voraussichtlich 18 Monate betragen. Mit der Fertigstellung des Rohbaus ist aufgrund des verwendeten Fertigteilsystems bereits im Februar 1999 zu rechnen, im 1. Halbjahr 2000 erfolgt die Inneneinrichtung und für das 2. Halbjahr 2000 ist der Einzug der Forschungseinrichtungen geplant.
Der umbaute Raum beträgt 23.700 m3 , die Nettonutzfläche 3.470 m2. Davon sind 1.512 m2 für das Institut für Weltraumforschung, 635 m2 für das Institut für Biophysik und Röntgenstrukturforschung und 224 m2 für geisteswissenschaftliche Einrichtungen vorgesehen. 920 m2 werden für gemeinsam genutzte Räume (z. B. Bibliothek) und 179 m2 für Infrastruktur (v. a. Haustechnik) zur Verfügung stehen. Die Gesamtkosten (inkl. Einrichtung und Finanzierung) sind mit 160 Mio. Schilling veranschlagt.